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Verzeichniss der Fauna und Flora der Molasse im Württembergischen Oberschwaben / von Dr. J. Probst
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von Organismen, die mit der benachbarten kaum einen Berüh-rungspunkt hatte.

Ueberdiess ist die Schichtenlagerung in der Nähe von Ulm ,die damals bestuntersuchte, diejenige, die bis auf die Gegenwartdie meisten Schwierigkeiten darbot, welche dazumal schon undan diesem Ort zu bewältigen, nicht möglich war. Unterlagselbst noch die geognostische Aufnahme des Atlasblattes Dlm(erschienen 1866) und Blaubeuren (erschienen lb72) beträcht-lichen Schwankungen.

Angeregt durch die schon oben angeführte Schrift des HerrnProfessor Bogg in Ehingen begann der Verfasser von Schemrner-berg aus zunächst in der Gegend des ihm benachbarten Baltria-gen zu sammeln (1852). Es gelang ihm, bald eine Reihe vonneuen Fundorten der Meeresmolasse zu entdecken, z. B. Altheim,OA. Biberach (1853); Warthausen (1859); Ingerkingen, Schein-merberg etc. Am Federsee ragen die Gesimssande, welche fürdie Meeresmolasse in der ganzen Gegend characteristisch sind,deutlich hervor, so dass hiemit ein Verbindungsglied zur Meeres-molasse im Südwest, in der Gegend von Saulgau , gefunden wurde.Ferner ergaben sich neue Fundorte der obern Süsswassermolasse;Heggbach (1857); Biberach (1864); Ingoldingen (1864); diePflauzenschicht von Heggbach (1865); später das Hocbgeländund verschiedene Oertlichkeiten nach Ost bis zur Iller , nach Südbis an den Bodensee und nach West zur badischen Grenze.

Wenu auch die Petrefacten vielfach nur spärlich vorhandenwaren, so genügte das wirklich Gefundene doch, um vorerst überden Character der Formation im Allgemeinen sich ein Urtheilzu bilden. Die Brackwasserschichten von Kirchberg wurden (1866)südwestlich bis nach Hüttisheim verfolgt. Die dem Verfassetferner liegenden Süsswasserkalke konnten schon in den fünfzig®Jahren durch deu günstigen Umstand bequem von ihm ausg ebeutet werden, dass die Kalksteine von Berg bei Ehingen nachAltheim , OA. Biberach, in die dortige Kalkbrennerei bei geführtwurden.

In den fünfziger Jahren erschloss sodann der verstorben®Bevierförster v. Zell in Zwiefalten die dortigen reichen Schätze