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VII
Toleranz und psychologischem Tacte sollte aberauch die deutsche Gelehrtcnwelt einsehen, dass dieanschauliche Denkart der Italiener ihnen von allenDenkfonnen den Analogieschluss am nächsten legt,und dass in diesem Vorherrschen der Conclusionenaus Analogien eine berechtigte und fruchtbareMethode zur Geltung kommt, eine Methode, diefreilich auch in Irrthümer führen kann.
Der hervorragende deutsche Gelehrte, der sich inRom während des Congresses interviewen liess, umden Italienern durch den Mund der Cruspi’schen Riformazu verkünden, derjenige italienische Forscher, der heutden grössten Ruhm besitzt, nämlich Cesark Lomiiroso,hätte keine Logik, hat sicher vergessen, dass in derWissenschaft auch noch für andere Dinge Platz ist,als für Sectionsbefunde und Syllogismen.*)
Für diejenigen Leser und Recensenten, die ihreIdeen aus derSphäre dieser Kritik italienischen Denkenszu beziehen gewohnt sind, wird das vorliegende Buchganz besonders in dem Capitel über die Phaenomenedes Gedankenlesens und des Mediumismus Gegenstanddes Anstosses oder des Triumphes sein. Ich möchtezu diesem Capitel bemerken, dass die Phaeno-mene, die ich während des Congresses in Rom unterLombroso’s Anregung zusammen mit mehreren hervor-ragenden Gelehrten zu beobachten Gelegenheit hatte,mich nicht zum Glauben an die Realität spiritistischerPhaenomene bekehrt haben, ich habe aber dabei zu-gleich Gelegenheit gehabt, zu lernen, wie sehr man
*) S. u. a. A, Riehl, lieiträge zur Logik. 1892.