ERGEBNISSE.
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dass ein durch das ganze classische Alterthum verbreiteterBrauch auf Hestia -Vesta als eine Göttin des heiligen Cultus-feuers führt, während zu einer Göttin der Familie in Grie chenland nur Ansätze sich finden, und selbst die Hestia inden Prytaneen nicht in der Weise den Staat als Familie sym-bolisiert, wie man das anzunehmen gewöhnlich geneigt ist.
Es soll nun der Versuch gemacht werden in zusammen-fassender und abschliessender Weise das gegenseitige Ver-hältniss dieser Bedeutungen, wie es aus den vorausgehen-den Untersuchungen sich ergieht, vor Augen zu legen.
Man verhehlt sich die Schwierigkeit dieser Aufgabenicht. Ihr gegenüber könnte man sich wieder statt zu demVersuch der Lösung, zur Umgehung derselben durch die Er-klärung geneigt finden, dass eben alle die angegebenenMomente zusammengewirkt hätten.
Denn es sollen hier Dinge geschieden werden, die soeng unter sich verflochten und mit einander verwachsensind, dass sie auch dem durch jahrelange genaueste Betrach-tung geübten Blick immer wieder in einander zu zerfliessenscheinen.
Wir müssen versuchen, uns Urzeiten zu vergegen-wärtigen, die durch Jahrtausende von uns getrennt sind,und in die wir uns doch nicht mit unsern Gedanken ver-setzen können, ohne stets wieder von neuem von unsernheutigen Gefühlen und Anschauungen abstrahieren zu müssen,die, so oft wir sie zu verbannen suchen, eben so oft zu-rückkehren.
Und doch geschieht es nicht ohne tiefen Grund, dassdie Wissenschaft immer von neuem den Versuch macht, dieerste Entstehung der religiösen, sittlichen, intellectuellenSchöpfungen des menschlichen Geistes zu belauschen. Siewird dazu von der Hoffnung getrieben, dass es dann amehesten gelingen müsse, dem stets noch so geheimnissvollenWesen des Geistes näher zu kommen, wenn man versucht,ihn in seinen ersten Regungen zu beobachten.
In der That, wie sprachlich "Tioxia- Vesta auf die noch