242 VESTA GÖTTIN DES NAHRUNGGEBENDEN FEUERS.
bezeichnet, uml acht-römisch ist es, die Göttin, deren Cultaus grauen Zeiten stammt, selbst als altersgrau zu bezeichnen.' Die Rückwirkung römischer auf die hellenische Religionbedarf und verdient überhaupt eine Untersuchung. Nir-gends liegt aber die Annahme einer solchen näher als beieiner Göttin, von deren Cult in Hellas wir die zahlreichstenweiter gehenden Nachrichten eben aus der Periode derrömischen Herrschaft haben. Denn was lag mehr in derNatur der Sache, als dass ein Abglanz von der Vesta popuURomani, nachdem das Imperium dieses Volks alle Völker um-fasste, auf die hellenische Hestia fiel ?
So zeigt denn auch das von dem Bäcker C. PupiusFirminus 1 und seiner Frau gestiftete Relief 2 die Göttinzwar nicht als alte Frau, aber als Weib, der Ceres ähnlich.Sie sitzt verschleiert, eine Mauerkrone auf dem Haupt, dasScepter in der linken Hand, aus einer Patera in der rechteneine Schlange tränkend. Neben ihr steht ein rundes Gefäss,aus dem Ähren hervorragen und auf welchem ein Gegenstandliegt, der ebensowohl ein Brot als eine Patera bedeutenkann. 3
VESTA GÖTTIN DES NAHRUNGGEBENDEN FEUERS.
Schon hier erscheint Vesta zugleich als die Göttin desder Nahrung der Familie, des Staates dienstbaren Feuers.
Als einer solchen widmet ihr der Bäcker C. Pupius
♦
1 Als solchen hat diesen Pupius schon Fabretti, col. l’rai. p. 339nachgewiesen. Auf einer Basis nämlich, die das corpus pistorum demKaiser Antoninus Pius im Jahr 140 setzte, finden wir einen C. PupiusFirminus, der offenbar mit dem des Reliefs identisch ist, unter denQuaestoren (Gruter 255, 1).
2 S. o. S. 234, A. 2. Das Relief ist abgebildet bei Fabretti, col.Trai. p. 339, und bei Spanheim, diatriba de Vesta etc. in Graevius thes.t. V col. 688 u. 689.
3 S. 0. Jahn, in Berr. d. k. S. Ges. d. W. zu Leipzig . Ph. hist.CI. IV. 1861. S. 345, A. 205. Fabretti a. a. 0. denkt an eine Hand-mühle, Lessing (Laokoon c* IX, s. W. v. Lachmann VI S. 441, A.)an ein Rad.