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Hestia-Vesta : ein Cyclus religionsgeschichtlicher Forschungen / von August Preuner
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VESTA AÜF MÜNZEN ROMS.

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Obgleich nicht dem Gebiet der freien Kunst und Lit-teratur angehörig, tragen die Götter-Typen auf diesen selbstin der Kaiserzeit doch höchstens einen officiösen Charakter.

Aus der Zeit der Ilepublic sind einzelne Münzen mitder Büste der Vesta erhalten. 1

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thes. mmismat. anUquar. Amsteloä. 1677. tab. 45, 1012 u. 46. p.250 sqq. Sehr reichhaltig ist bekanntlich Ras«hes lexic. miv. rci nu-mariae. Lips. 17851795, wo sich T. V. p. II. p. 10451080 das hiehergehörige zusammengestellt findet. Aber wer weiss nicht, wie unzu-verlässig im Grunde weit die meisten der Werke sind, aus welchen erschöpft? Ich habe desshalb für die Kaisermünzen Coh.ens Werk,(descr. histor. des monnaies frapp. s. Vemp. Bom. Paris 1859 ff .), vondem mir bis jetzt 4 Bände zugekommen Sind, durchweg in erster Linie'berücksichtigt, und nur subsidiarisch und mit grösster Reserve ältereMünzwerke benützt, da leider Eckhels, Doctrina nummorum vetemm.Vindob. 17921798, I VIII. 4. für derartige Untersuchungen wie dievorliegende lange nicht vollständig genug istT Möchte Cohen seinenGedanken ausführen und uns auch eine Übersicht über die Münzenvon Städten der Kaiserzeit geben 1

1 So auf einer Münze der gens Cassia (Mommsen, Geseh. d. röm.Münzwesens. Berlin 1860. S. 635 Nro. 278, abgeb. z. B. inGraev. thes. V. p. 100) aus den Jahren Roms 680704, mit der Um-schrift Q. CASSIVS YESTa, und auf einer andern des L. CassiusLONGINus IILVir, deren Vorderseite den Kopf der Göttin, dahinterdas Simpulum trägt. Eine Vesta erkennt Mommsen auch in dem weib-lichen Kopf mit Schleier auf einer Münze des P. (Sulpicius) Galb[a], aed.cur. v. J. 685 d. St., deren Revers Pontificalembleme: Opfermesser,Kelle und Beil zeigt (a. a. 0. S. 621 N. 260. S. o. S. 815 f. A. 6). Vielleichtist ihr verschleierter Kopf (in nonnullis iuxta simpulum et corona,Eckhel , daneben zuweilen Kranz und Gefäss, Mommsen) auf denMünzen mit der Legende auf dem Rev.: M LEPIDVS AIMILIA REF.S. C. aus der Zeit ums Jahr 693? zu erkennen (Eckhel, D. N. Vp. 126; berichtigt von Mommsen, a. a. 0. S. 633 f.). Für eine Venusdagegen hält Klausen a. a. 0. S. 981 A. 1965 den weiblichen Kopf mitBinde und Kranz, zu beiden Seiten häufig Gelass und Kranz, seltenPalmzweig auf Münzen, deren Rückseite einen jugendliehen Reitermit Spolien trägt; dabei M. LEPIDVS. AN XV PR H 0 C S oderauch bloss M. LEPIDVS. Mommsen a. a. 0. S. 384. Ob die Münze, dieeinen Tisch, darauf Simpulum und Patera und die Umschrift C. AVREL.M. F. COTTA. AED. CVR. auf dem Revers und einen Kopf mit