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ÜBER ARISCHE PARALLELEN.
die Familie der Wurzel, zu der er gehört, unterdessen diereichste Entwicklung durchmacht. Es hat sich uns diessbei Hestia-Vesta selbst herausgestellt. Ferner bleibtschon bei der Schöpfung eines Götternamens ein in-commensurabler Rest, der in dem Namen nicht auf-geht. Die Sprachforschung hat in der Sprache ein Objectvor sich, das als solches Form und Inhalt zugleich ist, wosich beides vollkommen deckt. Dagegen bedarf das innerstereligiöse Leben überhaupt der Äusserung viel weniger, alsselbst das höchste, abstracteste Denken. Wenn so dasselbeseinen Inhalt viel weniger aus sich heraus setzt, als dieSprache, die ihrem Wesen nach zugleich Form ist, die ihrerNatur nach sich äussert zum Zwecke der Mittheilung, wietrümmerhaft sind uns dazu noch diese Äusserungen über-liefert!
Niemand wird endlich sagen, dass hier, auf dem Gebietder Mythologie von einer feststehenden Methode in der Artdie Rede sein könne, wie bei der philologischen Forschung.Man pflegt Sprache und Religion zusammen zu nennen alsdie ersten Äusserungen der erwachenden Geistesthätigkeitdes Menschengeschlechts. Gewiss mit Recht. Denn wieohne Sprache kein Denken möglich ist, so fiel zweifellosdas Erwachen des menschlichen Bewusstseins zusammenmit dem des Gottesbewusstseins. Auch hat, wenn wir vondiesen apriorischen Sätzen absehen, die vergleichende For-schung das Vorhandensein gewisser religiöser Grundan-schauungen unter etymologisch gleichen Namen bei denVölkern des indogermanischen Stammes dargethan. Alleines bedarf hier der äussersten Vorsicht. Es ist wahr, auchdas religiöse Leben eines Volks hat einen festeren Nieder-schlag in Sprache und Mythen, Symbolen und Culten. Aberselbst dieser festere Niederschlag, wie schwankend ist er noch!Und dann wieder laufen die verschiedenen Ströme, in denendas religiöse Leben verläuft, nicht mit gleicher Raschheit,der Cultus ist stätiger, als der Mythos, in Litteratur undKunst machen sich individuelle Kräfte stärker geltend, und