Fünfzehntes Kapitel.
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Widerstande der Umgebung, mit der Reibung u. s. w., ja wenndiese Körper nur als flüssig angenommen werden, so kann dieserEinfluss nur sein - unvollkommen abgeschätzt werden. Kochviel unmöglicher können die elektrischen oder chemischen Eigen-schaften und andere in Betracht gezogen werden, und noch wenigerdie auf das Leben bezüglichen Eigenschaften. Auch sind diegrössten Anwendungen der wissenschaftlichen Mechanik bis jetztauf die Vorgänge am Himmel beschränkt gebheben, und selbst danur auf die unseres Sonnensystems.
Ich habe nun die allgemeinen Thatsachen oder physischenGesetze der Bewegung in Betracht zu ziehen, welche denLehren dieser Wissenschaft eine wirkliche Grundlage gewähren.Die Grundgesetze der Bewegung dürften sich auf drei zurückführenlassen, welche als einfache Ergebnisse, der Beobachtung anzusehensind. Es wäre verkehrt, wollte man a priori deren Wahrheit be-weisen, und doch hat man es oft versucht. Das erste Gesetz istmit dem unpassenden Namen als Gesetz der Trägheit bezeich-net worden; Kepler hat dasselbe entdeckt. Es besagt, dass jedeBewegung von Natur geradlinig und gleichförmig ist, so dass jederKörper, welcher einer einzigen beliebigen, nur einen Augenbhckauf ihn wirkenden Kraft unterhegt, sich beständig gerade-aus in gleicher Geschwindigkeit fortbewegt. Man hat diesesGesetz aus dem Prinzip des zureichenden Grundes beweisen wollen,allein ohne dass dies im mindesten gelungen ist. Man hat gesagt,dass der Körper die gerade Linie einhalten werde, weil kein Grundbesteht, dass er sich mehr nach einer Seite hin, als nach derandern wenden werde. Allein, wie will man Sicherheit dafürbieten, dass kein Grund für die Abweichung des Körpers be-stehe? Was weiss man hierüber anderes, als was die Erfahrung bietet?Betrachtungen a priori, die sich auf die Natur der Dinge stützen,sind in der positiven Philosophie nicht gestattet. Diese Begrün-dung läuft, wie alle vermeintlichen metaphysischen Erklärungenauf eine blosse Wiederholung des Vorgangs selbst in abstraktenWorten hinaus und besagt nur, dass der Körper ein natürlichesBestreben habe, sich in gerader Linie zu bewegen, wählend esdoch darauf ankommt, dies zu beweisen.
Ebenso verhält es sich mit der Unveränderlichkeit der Ge-