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Erster Band.
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Sechszehntes Kapitel.

Man muss in der That beobachten, dass es zwei Arten vonKräften giebt, einmal solche, die ich augenblickliche nenne unddie nur den Beginn der Bewegung bewirken und den Körper vonda ab, wo er sich bewegt, verlassen, und zweitens Kräfte, die manunpassend beschleunigende nennt und die ich lieber fort-dauernde nenne, wie z. B. die Anziehungen, welche während derganzen Bewegung wirken. Diese Eintheilung stimmt mit der vongleichförmigen und imgleichförmigen Bewegungen. Nimmt mandies an, so ergiebt sich von selbst, dass der Theil der Lehre derDynamik, welcher die einfachen Bewegungen behandelt, der ein-fachste ist. Dieser Theil ist so leicht, dass man ihn als eine un-mittelbare Folge der drei Grundgesetze der Bewegung behandelnkann; folglich genügt er allein, um die Statik zu begründen.

Der Vorgang des Gleichgewichts, dessen Gesetze man entdeckenwill, ist ein augenblicklicher; man muss ihn ohne Rücksicht aufdie Zeit in Betracht nehmen, denn diese wird nur da betrachtet,wo es sich um die Untersuchung der Dauerhaftigkeit desGleichgewichts handelt. Man kann deshalb alle Kräfte als augen-blickliche ansehen, denn für jeden beliebigen Augenblick kanneine beständige Kraft durch eine gleich starke augenblicklicheKraft ersetzt werden, die dem bewegten Körper eine gleiche Ge-schwindigkeit mittheilen kann. Man muss dann für den unendlich-kleinen folgenden Zeitpunkt statt dieser augenblicklichen Kraft eineKraft von gleicher Natur setzen, um die wirkliche Veränderung derGeschwindigkeit auszudrücken. Diese Schwierigkeit bleibt in derDynamik die gleiche, allein in der Statik werden die Kräfte nurfür einen Augenblick in Betracht gezogen, und man braucht des-halb bei ihr diese Veränderung nicht mit in Rechnung zu ziehen.Die Gesetze' des Gleichgewichts, welche durch die Annahme vonaugenblicklichen Kräften gefunden worden sind, werden auchfür fortdauernde Kräfte anwendbar, wenn man für sie diejenigenaugenblicklichen Kräfte einstellt, welche dem betreffenden Augen-blicke entsprechen.

Für diese Anwendung der Dynamik auf die Statik halte manfest, dass, wenn die Kräfte im Gleichgewicht sind, jede derselbenals eine solche betrachtet werden kann, welche die Gesammtheitder übrigen Kräfte aufhebt. Die Ermittelung der Bedingungen für