Siebzehntes Kapitel. 149
dass sie das Dasein der zentrifugalen Kraft selbst für den Fall, dassder Körper sich ganz frei bewegt, darlegt.
Ich habe nun die Bewegung eines Systems von Körpern zubetrachten, welche auf irgend eine Weise mit einander verknüpftsind und deren eigene Bewegungen durch die Art ihrer Ver-knüpfung gestört werden. Es muss hier zunächst ein neuer Be-griff bezüglich des Maasses der Kräfte aufgestellt werden. Fürdiesen Zweck haben die Geometer angenommen, dass die Kräfte,welche verschiedenen Massen die gleiche Geschwindigkeit gebenkönnen, sich zu einander wie diese Massen verhalten, so wie wirfrüher gesehen, dass sie sich wie die Geschwindigkeiten verhalten.Daraus folgt, dass bei Vergleichung von Kräften, welchen un-gleichen Massen verschiedene Geschwindigkeiten geben, jede dieserKräfte gemessen wird durch das Produkt der Masse, auf welchesie wirkt, mit deren Geschwindigkeit. Dieses Produkt, welchesQuantität der Geschwindigkeit heisst, ergiebt in der Thatdie stossende Kraft eines Körpers bei dem Anstoss', welcher derFortstoss (Percussion) heisst, und ebenso auch den Druck, welchenein bewegter Körper gegen jedes feste Hinderniss ausüben kann.Vielleicht könnte man passend aus diesem Begriff ein viertes Be-wegungsgesetz machen und es auf physische Bedingungen gründen,statt es auf die hier vorausgeschickten Begriffe zu stützen.
Die Schwierigkeiten bei Behandlung der Dynamik irgend einesSystems Hegen in der Weise, wie man deren Verknüpfungen Rech-ßung trägt, durch welche ihre gegenseitige Aufeinanderwirkung dieeigenthündichen Bewegungen jedes einzelnen Körpers, wenn er alleinda wäre, verändert. So erhellt, dass bei einem zusammengesetztenPendel vermöge der Verknüpfung seiner Moleküle die Bewegungder einen beschleunigt und die der anderen verspätet wird. DieQeometer haben in Folge der durch die Schwäche des mensch-lichen Geistes ihnen aufgezwungenen Gewohnheit ein neues Prin-Z1 P für jede wesenthche Frage aufgestellt. Diese Prinzipien galtenfrüher als von einander unabhängig, aber sie sind gegenwärtig nurLehrsätze, welche aus den fundamentalen Gleichungen hervorgehen.P a grange giebt in seiner analytischen Mechanik die Geschichte&eser Reihe von Arbeiten, welche für das Studium des Fortschrittsdes menschlichen Geistes hochinteressant ist. Man ging so bis zu