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Neunzehntes Kapitel.
Himmel zu entdecken; aber diese Mittel sind deshalb nicht- we-niger vollkommen angemessen, denn zur Beobachtung der Grösseoder der Bewegungen bedarf man nichts weiter. Es folgt darausnur, dass die Astronomie die Wissenschaft ist, wo der Theil derBeobachtung der kleinste und der Theil der Begründung dergrösste ist.
Die Astronomie ist von allen anderen Wissenschaften unab-hängig; sie braucht sich nur auf die Mathematik zu stützen. Diephysikalischen, chemischen und biologischen Vorgänge sind ohneallen Einfluss auf die astronomischen Vorgänge, während letzterenalle anderen und selbst die sozialen untergeordnet sind. DerMensch könnte in wissenschaftlicher Weise an keinen irdischenVorgang denken, ohne vorher zu erwägen, was diese Erde in derWelt ist, von der sie einen Theil bildet.
Ich weise nicht auf die Wirkungen der Astronomie hin, fürdie Vertilgung der thörichten Vorurtheile und der abergläubischenSchranken, welche aus der Unwissenheit der Gesetze des Himmelsin Bezug auf Verfinsterungen, Kometen u. s. w. hervorgingen; dieseWirkungen sind zu offenbar. Wie Laplace bemerkt, würde der-gleichen wiederkehren, wenn die astronomischen Forschungen wie-der aufhören sollten.
Diese Wissenschaft gilt den Geistern, denen sie fremd ist, fürreligiös. Allein die Himmel erzählen jetzt keinen andern Ruhmals den von Hipparch, Kepler , Newton und allen andern Män-nern, die zur Feststellung ihrer Gesetze beigetragen haben. Jede Wis-senschaft steht im Gegensatz zur Religion, und dieser Charakterspricht sich in der Astronomie stärker als überall sonst aus. Keinehat der Lehre von den letzten Zwecken so schwere Schläge bei-gebracht wie diese. Die blosse Kenntniss von der Bewegung derErde hat jene Meinung zerstört, das W eltall sei der Erde undfolglich dem Menschen untergeordnet. Die Ermittelung unseresSonnensystems hat alle blinde und maasslose Bewunderung ver-schwinden lassen, denn die Wissenschaft vermag zu zeigen, dasssich eine bessere Anordnung denken lässt. Wenn die Astronomenin solche Bewunderung verfallen, so denken sie an die Organi-sation der Thiere, welche sie nicht kennen, während die Biologen,welche die ganze Unvollkommenheit derselben kennen, wieder