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Zwanzigstes Kapitel.
sehr nahe heim Zenith den Meridian passirt, so genügt es, zu demBehüte, während mehrerer sich folgenden Tage, dessen Abstand vomPol so zu messen, dass man ziemlich genau die Grösse dieses Ab-standes in irgend einem Augenblick der Dauer der Beobachtungkennen kann. Wenn man nun hiernach für diesen Zeitpunkt nochmittels des Stundenwinkels und seiner beiden Seiten den Abstand desGestirnes vom Zenith für die Zeit berechnet, wo es sehr weit vomZenith absteht, ohne aber doch dem Horizont zu nahe zu kommen,z. B. den Abstand von 75—80 Grad, so lässt die Vergleichungdieses berechneten Abstandes mit dem zu dieser Zeit beobachtetendie entsprechende Parallaxe ungefähr abschätzen, und folglich auchdie horizontale Parallaxe, wenn zuvor che scheinbare Entfernungihre Berichtigung in Bezug auf die Strahlenbrechung erhalten hat.Mittels dieses Verfahrens kann man feststellen, dass die Parallaxealler Fixsterne unmerkbar ist.
Zur Vervollständigung der Mittel für die Beobachtung gehörtauch die Anfertigung eines Stern-Katalogs. Die Astronomenbenutzten zu dem Ende seit Hipparch, welcher diesen Gedankenzuerst hatte, zwei einfache sphärische Coordinaten, um die Winkel-stellung für alle Sterne zu bezeichnen. Die eine entspricht derirdischen Breite, und dies ist die Deklination des Sternes, d. h.seine Entfernung vom Aequator des Himmels, gemessen an demgrossen Kreise, welcher vom Pol zum Sterne gezogen ist. Dieandere Coordinate heisst die Rectascension des Gestirnes undentspricht der geographischen Länge. Sie besteht in der Ent-fernung des Punktes, wo der erwähnte grosse Kreis den Aequatorschneidet, von einem festen gewählten Punkte auf diesem Aequator,welcher für unsere Halbkugel meist die Frühlings-Tag- und Nacht-gleiche ist. Man muss ausserdem das positive oder negative Zeichenjeder Coordinate merken, indem man die Deklination in eine nörd-liche und südliche und die Rectascensionen in eine östliche und west-liche unterscheidet.
Die einfachste Art diese beiden, einen Winkel bildenden Coor-dinaten eines Sternes zu messen, besteht in der Beobachtung seinesDurchganges durch den Meridian. Vergleicht man die durch dasMittagsrohr und die astronomische Uhr zu bestimmende Zeit diesesDurchganges mit dem Durchgänge des Frühlingspunktes, so erhält