Einuudzwanzigstes Kapitel.
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betreffenden Gestirns hat sie eine kürzere oder längere Dauer.Man kann sie im Voraus berechnen mittels der Winkelgeschwin-digkeit und der Richtung dieser Bewegung in Bezug auf denscheinbaren Durchmesser des Gestirns, welche auch noch durchdie eigene Bewegung des Beobachters verändert wird. Die atmo-sphärische Strahlenbrechung vermindert diese geometrische Dauer,da sie den Anfang der Verdunkelung verspätet und das Ende be-schleunigt. Vergleicht man nun die wirkliche Dauer der Verfin-sterung mit ihrer mathematischen Dauer, so kann aus dem Ueber-scliuss dieser über jene die Grösse der horizontalen Strahlenbrechungder betreffenden Atmosphäre berechnet werden. Auf diese Weisehat Herr Schröter gefunden, dass die Strahlenbrechung desMondes nicht einmal eine Sekunde erreicht und folglich der Mondkeine erkennbare Atmosphäre besitzt, was auch später von Aragobestätigt worden ist.
Ich habe nun noch die Gestalt und Grösse der Erde zu be-trachten. Hier genügt der umnittelbare Anblick des von uns be-wohnten Planeten nicht, weil wir uns nicht so weit von ihm ent-fernen können, um das Ganze mit einem Blick zu übersehen.Im Beginn der mathematischen Astronomie haben die Ver-änderungen des allgemeinen Schauspiels, welche die täglicheBewegung nach den verschiedenen Orten bietet, den geometrischenBeweis für die Kugelgestalt der Erde abgegeben. Es genügte dieFeststellung, dass die Veränderung des Gesichtskreises, je nachder Polhöhe, immer in gleichem Verhältniss mit der Länge desWeges sich hält, wenn man sich auf irgend einem Meridian fort-bewegt, denn dies ist ein untrügliches und ausschliessliches Zeichender Kugelgestalt. Diese Vergleichung, welche sich während zweier«lahrtausende entwickelt und vervollkommnet hat, ist die Quellefür unsere geometrische Kenntniss über Gestalt und Grösse unseresPlaneten. Die Erklärung wird hier einfacher, wenn ich zu-nächst die Gestalt bei Seite lasse und diese als vollkommeneKugel annehme und zunächst die Grösse bestimme, wie die Astro-nomen gethan haben. Das Prinzip dieser Bestimmung ist schonin den ersten Zeiten der Schule zu Alexandrien durch Eratos-tIrenes festgestellt worden. Danach wird die Länge eines mehroder weniger grossen Tlieils irgend eines Meridians gemessen, um