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Dreiundzwanzigstes Kapitel.
fortbewegte. Von diesem Zeitpunkte an hat unzweifelhaft diemetaphysische Philosophie den Fortschritt der Astronomie aufge-halten. Ohne die mystischen Einfalle dieser Philosophie Uber dieunbedingte Angemessenheit der kreisrunden und einförmigen Be-wegung für die Gestirne würde man bald von einer Hypothese sichbefreit haben, welche bei ihrem Ursprung nur das Verdienst derEinfachheit hatte, aber damit endete, dass sie durch die allmäh-liche Vermehrung der einander folgenden Epicykel in unauflösbareVerwackelungen gerieth; denn gegen das Ende das sechszehnteuJahrhunderts erhob sich die Zahl der Kreise, die man 'zur Er-klärung der Bewegungen am Himmel brauchte, auf 74 für die be-trachteten 7 Planeten.
Dieser Art war der Zustand der Astronomie vor Kepler . Erwar der erste, welcher nach 2000 Jahren es wagte, das allgemeineProblem der Planetenbewegungen von Grund aus wieder aufzu-nehmen, indem er zur Grundlage nur den Grundsatz genauer Be-obachtungen nahm, welchem das Leben seines berühmten VorgängersTycho de Brahe so edel gewidmet worden war.
Es war ein Glück, dass Kepler sich den Planeten Mars aus-wählte, da dessen Excentricität eine bedeutende war.
Wh- haben die drei grossen Gesetze zu betrachten, welcheKepler beim Mars entdeckte und dann auf die anderen Planetenausdehnte. Das erste Gesetz entdeckte Kepler durch Ver-gleichung der Grösse des Radius-Vector mit der Winkelge-schwindigkeit in den beiden äussersten Fällen, wo diese Grössenihr Grösstes und ihr Kleinstes haben. Er erkannte dadurch,dass die Winkelgeschwindigkeiten des Mars bei seiner Sonnen-Nähe und-Ferne sich verkehrt verhielten, wie die Quadrate der ent-sprechenden Entfernungen. Das Genie Keplers hatte dieses Gesetzdurch die blosse Vergleichung von zwei alleinigen Beobachtungenentdeckt, und später bestätigte es sich für alle Stellungen desMars und wurde noch später auf alle übrigen Planeten ausgedehnt.Gewöhnlich bietet man es in einer anderen Form, die von Kepler selbst herrührt. Danach wachsen die beschriebenen Flächen derBahn wie die verflossene Zeit, oder mit anderen Worten: die füreine kurze Zeit, z. B. für jeden Tag, durch den Radius-Vector desPlaneten beschriebene Bahnfläche hat immer dieselbe Grösse, ob-