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Dreiundzwanzigstes Kapitel.
Bewegungen eines jeden um seinen Planeten, wobei dieser alsunbeweglich gilt. Die Schwierigkeit der Aufgabe bei den Tra-banten entspringt aus der Nothwendigkeit, der steten Ortsverände-rung des Brennpunktes ihrer elliptischen Bahnen Rechnung zutragen. Da man den Lauf ihres Planeten kennt, so ähnelt dieLösung der vorgehenden. Die erste annähernde Bestimmung, wo-bei man die Bahn als kreis- und gleichförmig annimmt und vonder Ortsveränderung des Planeten während eines ganzen Umlaufsabsieht, ist leichter, als jeder andere Fall.
Die Aufgabe für die Kometen. — Der wesentliche Unter-schied der Kometen von den Planeten besteht in der grossen Ex-centricität ihrer Bahnen und in den beinahe unbeschränkten Nei-gungen der Ebenen derselben. Allerdings kann die kreisförmigeVoraussetzung für die Leitung der ersten Beobachtungen noch be-nutzt werden, indess muss sie auf eine viel kürzere Zeit beschränktwerden. Mittels dieser Annahme zeigte Tyclio de Bralie zuerst,und zwar gegen alle philosophischen Vorurtheile, dass die Kometenwirkliche Gestirne sind. Allein gegenwärtig geschieht der ersteEntwurf für die Kometenlehre mit Hülfe einer von Newton auf-gestellten Hypothese; es ist die parabolische, welche viel einfacherist als die kreisförmige und daher den Lauf des Kometen bis zueiner grossen Entfernung von seiner Sonnennähe darstellt. Es ge-nügen dazu zwei Beobachtungen des Kometen an verschiedenenOrten, als wenn es sich um einen Kreis handelte; dann leitet mandaraus alle die gewöhnlichen Elemente ab, mit Ausnalmie seinerUmlaufszeit; die grosse Axe wird dabei durch die Entfernung desScheitels von dem Brennpunkt ersetzt. Dies sind die fünf Elemente,welche die Astronomen als das gewöhnliche Kennzeichen benutzen,um (he Kometen bei ihrem demnächstigen Wiedererscheinen wieder-zuerkennen und von einander zu unterscheiden; obgleich die be-trächtlichen Veränderungen, die sie erleiden, leicht Irrthümer ver-anlassen können und unzweifelhaft die Zahl der Kometen sehrvergrössert haben. Indem dann das Kepler’sche System eine strengeund leichte Lösung gestattet, und indem es die beschriebene Um-laufsfläche für die bekannte Zwischenzeit zweier Beobachtungenbestimmt, so kann dann alles, was den Lauf des Gestirnes betrifft,festgestellt werden, indem es dessen Geschwindigkeit abschätzen