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Erster Band.
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Sechsundzwanzigstes Kapitel.

Geschwindigkeit, welche das Schwanken der Erdaxe veranlasst.Solcher Art sind die allgemeinen Ursachen, welche die kleinenVeränderungen in der Umdrehung unserer Erdkugel in Bezug aufdie Richtung ihrer Axe im Raume veranlassen.

Wenn man diese Lehre auf andere Gestirne an wenden wollte,so müsste man noch zwischen den Planeten, den Trabanten undden Kometen unterscheiden. Die Kometen sind nur der Voll-ständigkeit wegen hier genannt, da man niemals im Stande seinwird, deren Umdrehung zu beobachten. Die Planeten zeigen Vor-gänge, welche dem Vorrücken der Tag- und Nachtgleichen derErde gleichen; sie werden mehr oder weniger erheblich sein, jenach der Neigung ihrer Axen zu ihren Bahnen, der Stellung ihrerMasse, ihrer Grösse, der Dauer ihrer Umdrehung und endlich desGrades ihrer Abplattung.

Die Umdrehung der Trabanten zeigt einen höchst interessantenVorgang, in dem eine auffallende Gleichheit zwischen der Dauerdieser Umdrehung und ihres Umlaufs um den Planeten statt hat,dem sie stets dieselbe Halbkugel zuwenden, abgesehen von densehr kleinen Schwankungen, die unter demNamen der Librationenbekannt sind. Diese Gleichheit ist nur für den Mond festgestellt;sie ist nach Lagrange die Folge von dem Uebergewicht, welchesdie dem Planeten zugewendete Halbkugel im Beginn durch dieWirksamkeit des Planeten hat erlangen müssen, was ein Bestrebendes Trabanten erweckt, ohne Unterlass auf diese Seite zurück-zufallen.

Ich habe zur Vervollständigung dieser kurzen Darstellung nocheine wesentliche Auffassung zu erwähnen, welche diese Studien zuvereinfachen vermag, indem sie gestattet, alle Bewegungen auf eineEbene zu beziehen, deren Lage unabhängig von allen Neigungender betreffenden Körper ist.

Man verdankt den ersten Vorschlag zu diesem Verfahren demDaniel Bernouilli und Euler, welche es vom blossen Gesichts-punkt des Rechnens aus bemerkt hatten, indem es geeignet sei,durch die Beseitigung zweier Constanten, die Gleichungen für dieUmdrehung eines festen Körpers zu vereinfachen. Laplace dehntees auf ein veränderliches System aus und benutzte es für dieMechanik des Himmels. Endlich zeigte Poinsot, dass diese un-