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Erster Band.
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Neunundzwanzigstes Kapitel.

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auf das atmosphärische Gleichgewicht die Gesetze der Hydrostatikanwenden zu können; es war dies die Kenntniss des Verhältnisseszwischen der Dichte eines elastischen Fluidums und dem Druck,den es zu tragen hat. Die Entdeckung dieses Verhältnisses geschahbeinahe zu gleicher Zeit durch Mariotte in Frankreich und durchBoyle in England. Die erste Annahme war natürlich, dass dieZusammendrückbarkeit des Gases von seiner Dichte unabhängigsei, und diese beiden Physiker stellten in der That fest, dass dieVolumina, welche von einer gleichen Masse von Gas angefüllt sind,im verkehrten Verhältniss des Druckes stehen, den sie erleiden.Dieses Gesetz, welches für wenig entfernte Grenzen aufgestellt war,tat sich auch bis zu dem Druck von 30 Atmosphären bestätigt,und man hat es als die Grundlage für die Mechanik der Gase undDämpfe angenommen. Indess kann man es schwerlich als denmathematischen Ausdruck der Wirklichkeit ansehen. Es geschiehtdies immer so, wenn abstrakte Annahmen zur Erklärung der Natur-vorgänge angewandt werden, deren Gesetze nur annäherungsweiseerfasst werden können.

Nach diesem Gesetz fallt die Lehre des atmosphärischen Gleich-gewichtes in die Competenz der rationellen Mechanik. Die Atmo-sphäre kann so wenig wie der Ocean in einem strengen Gleich-gewichtszustand sich befinden. Indess muss doch nothwendig daspartielle Gleichgewicht einer sehr engen atmosphärischen Luftsäuleangenommen werden, wenn man sich eine richtige Vorstellung vonder Art der Abnahme machen will, welche für die Dichte undden Druck der verschiedenen Luftlagen stattfindet. Man sieht dann,dass die Dichten und der Druck in geometrischer Progressionabnehmen, wenn die Höhen in arithmetischer Progression zunehmen,sofern die Temperatur in allen Stellen der Säule die gleiche bleibenkönnte; auch war die beinahe unmerkliche Abnahme der Schwerevernachlässigt worden. Aber die Abnahme der Temperatur in denatmosphärischen Lagen in dem Maasse, als sie höher werden, machtjede Lage dichter, als ihre Stelle mit sich bringt. So verwickeltsich das Studium dieses Vorganges durch ein neues Element, wasbis jetzt ganz unbekannt war, nämlich durch das Gesetz in Be-zug auf die senkrechte Veränderung der atmosphärischen Tempe-raturen. Deshalb muss man nur aus Mangel einer geometrischen,

Comte-Rig, Positive Philosophie. 17