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Neunundzwanzigstes Kapitel.
Bestimmung das von Bouguer ausgesonnene Verfahren für dieMessung der Höhen durch das Barometer anwenden.
Zur Vervollständigung der statischen Lehre der Schwere ge-hört noch die Prüfung der Modifikationen ihrer Gesetze in Bezugauf kleine flüssige Massen, in Folge der unvollkommenen Flüssig-keit der wässrigen Körper und der Gase. Sie bestehen in einererheblichen Erhöhung, manchmal auch in einem Sinken gegen diegewöhnliche Oberfläche beim Gleichgewicht, wenn die flüssigen Säulenin sehr engen Röhren sich befinden. Für die Gase hat man sie wenigstudirt. Hierher gehört die Lehre von der Capillarität, weil dieWirkungen derselben die Gesetze der Schwere erheblich ändern.
Die gegenwärtige Lehre scheint mir wenig genügend. Diesegeheimnissvolle und unbestimmte Kraft, welche durch ihre Defini-tion jeder Controlle sich entzieht und deren Eintritt beinahe will-kürlich aufhört oder beginnt, welcher man wesentliche Eigen-schaften nimmt oder zufügt, damit sie mit den Vorgängen [stimme,sollte diese nicht eine reine Entität sein? Hat eine solche Lehredas Studium der Capillarität vervollkommnet, deren Fortschritteseit einem halben Jahrhundert beinahe gleich Null sind?
Wie es auch sei, das Studium der Vorgänge der Capillaritätist vom höchsten Interesse, wegen der Rolle, welche die Capillaritätbei den gesammten biologischen Vorgängen spielt. Die bemerkens-werthen Erscheinungen, welche Dutrochet unter dem Namen derEndosmose und Exosmose aufgedeckt hat, knüpfen sich unwill-kürlich daran an. Es ist dies die Capillarität von Oberflächen,statt der einfachen linearen Capillarität, die bisher von den Phy-sikern allein beobachtet worden ist.
Ich wende mich nun zur dynamischen Lehre der Schwere undzwar zunächst in Beziehung auf die festen Körper.
Die schöne Beobachtung, wonach alle Körper im luftleerenRaum gleich schnell fällen, hat festgestellt, dass die Gewichte denMassen proportional sich verhalten, welches der statischen Lehrefehlte.
Die Beschleunigung des Falles schwerer Körper war demGenie des Aristoteles nicht entgangen; nach ihm sollte dieSchnelligkeit nach Verhältniss des durchlaufenen Raumes zunehmen.Die Entdeckung des wahren Gesetzes begründete hauptsächlich den