Band 
Erster Band.
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266 Dreißigstes Kapitel.

bezieht, so erhält sie in der Naturlehre eine sehr grosse Wich-tigkeit.

Die festen Körper dehnen sich im allgemeinen bei gleicherTemperatur viel weniger als die flüssigen aus, und diese wiederweniger als die gasförmigen. Dies gilt nicht blos für die Ueber-gänge desselben Körpers in die drei Aggregatzustände, sondernauch für verschiedene Körper.

Die Ausdehnung der festen Körper ist nicht erheblich, abererfolgt vollkommen gleichmässig, wenigstens für die Grade, wo siegeprüft worden sind und die allerdings sehr weit von ihremSchmelzpunkte entfernt sind. Die Ausdehnung der Flüssigkeitenist wegen der Lehre vom Thermometer genauer untersucht worden.Die Versuche von Dulong und Petit haben gezeigt, dass dasQuecksilber innerhalb einer Ausdehnung von 300 Graden der hun-derttheiligen Scala gleichmässig erfolgt. Vermuthlich gilt dies vonallen Flüssigkeiten, die in bemerkbaren Grenzen von ihrem Gefrier-und ihrem Siedepunkte abstehen.

Beim Gas ist die Ausdehnung am regelrnaasigsten, und zu-gleich die erheblichste; sie erfolgt hier nicht blos in gleichenGraden, sondern ihr Coefficient hat denselben Werth für alleGase. Alle dehnen sich gleichförmig und in gleicher Grösseaus. Ihre Ausdehnung von der Temperatur des schmelzendenEises bis zu der des kochenden Wassers beträgt drei Achtel ihrerAusdehnung bei der ersteren Temperatur. In dieser Hinsicht, wieauch nach vielen anderen physikalischen Gesichtspunkten, verhaltensich die Dämpfe wie die eigentlichen Gase. Dies sind die ausser-ordentlich einfachen Gesetze für die Ausdehnung elastischer Flüssig-keiten, welche im Anfang dieses Jahrhunderts gleichzeitig durchGay-Lussac in Paris und Dalton in Manchester entdeckt wor-den sind.

Es sind nun diejenigen Veränderungen zu betrachten, welchedie Hitze in den Aggregatzuständen der Körper hervorbringt. DieFestigkeit und die Flüssigkeit galten lange Zeit als absolute Eigen-schaften, indess später sind sie als blosse relative Zustände erkanntworden, welche von wechselnden Bedingungen abhingen, unterdenen der Einfluss der Hitze und der Kälte die allgemeinste undstärkste bildet. Wenn auch mehrere feste Körper noch nicht haben