Zweiunddreissigatea Kapitel. 283
gleichartig sind, zu einander ähnlichen Gleichungen führen können.Diese Eigentümlichkeit besteht für die Lehre vom Ton vorzüglichseit der Begründung der mathematischen Wärmelehre, deren Glei-chungen so viel Aehnliches mit denen der schwingenden Bewegungtaben, und von denen sie manchmal nur durch das Zeichen einesKoeffizienten sich unterscheiden.
Die Anwendung der mathematischen Rechnung steigert sichnoch in ihrem Werthe durch die Schwierigkeit, die tönenden Yor-g a nge zu beobachten. Der schwache Grad und die zu flüchtigeDauer dieser Schwingungen gestatten unseren Sinnen nicht, sie ingenügend genauer Weise zu beobachten. Unsere Kenntnisse wärenln dieser Hinsicht gleich Null, wenn die mathematische Lehre nichte Mittel gäbe, die unmittelbaren, meist unmöglichen oder dochüur sein- unvollkommenen Beobachtungen durch die gleichwerthiger üf'ung günstigerer Fälle, die demselben Gesetz unterhegen, zu er-setzen. So begreift man z. B., dass die schnellsten Schwingungenemes sehr kurzen Seiles gezählt werden kömien, wenn die Unter-suchung des Problems der schwingenden Seile gelehrt hat, dass die-■ahl der Schwingungen sich umgekehrt wie die Länge des Seilesv erliält, weil dieses Gesetz dann gestattet, sich auf die Beobach-tun g sehr langsamer Schwingungen zu beschränken.
Jedenfalls haben die Physiker zu sehr auf die Hülfe der Recli-" Un g vertraut, und man muss es bedauern, dass sie ihr System vonersuc hen, was sich noch in der Kindheit befindet, nicht mein- ver-vollkommnet haben. Die Akustik steht nicht auf der gleichen Höhe^t den andern Zweigen der Physik, wenn man ihre Erfindungen**ud die Benutzung künstlicher Beobachtungsmittel erwägt. Mane uierkt bei ihr wenig von den sinnreichen Erzeugnissen des ex-P e rimentirenden Geistes, welche in der Wärmelehre, in der Optik^ud der Elektrizitätslehre so vielfach erfunden worden sind. DieAchten Stege von Sauveur und der feine Sand von Chladni "^den bei einer solchen Vergleichung schlecht bestehen.
Nach dieser summarischen Prüfung der Natur der akustischen.dien und ihrer wichtigsten Mittel zur Untersuchung, habe iche Gesanuntheit der Theile dieses Zweiges der Physik zu be-dächten.