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Zweiunddreiseigatee Kapitel.
Man kennt in Bezug auf die Gesetze über die tonenden Schwin-gungen, die Art der Fortpflanzung der Töne, deren Stärke und derenmusikalischen Ton. Es giebt noch eine vierte, sehr interessanteBetrachtung, die der Klangfarbe, d. h. der besonderen Weise derSchwingung, welche jedem Körper und jedem tönenden Appa-rat eigenthümlich ist. Wir wissen nicht, worin diese Eigenthüm-lichkeit besteht, aber machen von ihr, als einem charakteristischenVorgang, Gebrauch; allein wir wissen nicht die Art, wie die jederSubstanz eigentümliche Klangfarbe modifizirt werden kann, sei esdurch die Einrichtung des musikalischen Apparates, oder durch denDruck, welchen dieser erfährt, oder durch mehrere andere Um-stände. Dies bildet eine grosse Lücke.
Bei der Untersuchung der Fortpflanzung des Tones besteht dieam meisten ermittelte Thatsache in der Messung der Zeitdauerdieser einförmigen Fortpflanzung, namentlich durch die Luft. Lässtman den Wechsel der Temperaturen bei Seite, welche aus denDruck der atmosphärischen Schichten hervorgehen, so führt diemathematische Lehre, wenn man sich auf die lineare Fortpflanzungbeschränkt, zur folgenden, von Newton aufgestellten Bestimmung.Die Geschwindigkeit des Tones ist gleich der, welche ein schwererKörper erlangt, welcher von einer Höhe fällt, die der Hälfte derganzen Höhe gleich ist, wenn dabei die Atmosphäre als gleich-artig angenommen wird. Man hat hiernach die Geschwindigkeitdes Tones in den verschiedenen Gasen nach deren mehr oder we-niger starken Dichte und Elastizität berechnen können. Nachdiesem Gesetz muss die Geschwindigkeit des Tones als unabhängigvon dem atmosphärischen Wechsel angenommen werden, weil nachder Regel von Mariotte, die Dichte und Elastizität der Luftin gleichem Verhältniss wechseln und deren Wirksamkeit alleinauf diese Geschwindigkeit Einfluss hat. Ich habe schon erwähnt,wie Laplace die Newton’sche Formel glücklicher Weise dadurchverbessert hat, dass er auf die Wärmewirkungen Rücksicht nahm.Die Verbesserung besteht darin, dass man die ursprüngliche Mengemit der Quadratwurzel des Verhältnisses der zwei spezifischenWärmen der Luft bei konstanter Pressung und gleichem Volumenmultiplicirt.
Ein wichtiger Begriff, welcher aus diesem Gesetz sich ergiebt