Dreiunddreissigstes Kapitel.
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scheidet. Verhielte sich dies anders, wäre da derjenige Philosoph,der mit wissenschaftlicher Vorliebe sich den chemischen Wirkun-gen zuwendete, nicht berechtigt für die Grundform den Sinn desGeschmacks oder des Geruchs zu nehmen und die Töne und Farbendadurch zu erklären, dass er sie den Geschmacksempfindungen oderden Gerüchen gleich stellte?
Der menschliche Geist muss der Verfolgung einer eitlenwissenschaftlichen Einheit entsagen und anerkennen, dass die ver-schiedenen Kategorieen verschiedenartiger Vorgänge zahlreichersind, als eine fehlerhafte Systematisirung meint.
Man darf deshalb die Vorgänge beim Licht nicht an die beider Bewegung knüpfen. Alles, was die Optik wirklich an Mathe-matik mit sich führt, hängt nicht von der Mechanik, sondern vonder Geometrie in Folge der geometrischen Natur der hauptsäch-lichen Gesetze des Lichts ab.
Ich gehe zur Untersuchung der wirklichen Kenntnisse über,die man in der Lehre vom Licht gewonnen hat. Die ganze Optikzerfällt in mehrere Abschnitte, je nach den Modifikationen, denendas gleichartige und das verschieden gefärbte Licht unterliegt, undje nachdem man es als gerades, zurückgeworfenes, gebrochenes oderzerstreutes betrachtet. Zu diesen vier Theilen, welche diejenigenVor gänge beim Licht befassen, die streng allgemein sind, hatman noch zwei andere Abschnitte hinzuzufügen, welche sich aufdie doppelte Strahlenbrechung und auf die sogenannte Polarisationbeziehen.
Ans den bereits erwähnten Gründen missbillige ich den Ge-brauch, wonach man zu den optischen Studien die Lehre vomSehen rechnet, welche zur Physiologie gehört. Man wird kaume in Gesetz des Sehens nennen können, welches in positiver Weiseaufgestellt wäre. Daher fehlt für die Fähigkeit, in sehr ungleichenEntfernungen genau sehen zu können, die genügende Erklärung.Eiese beinahe beschämende Unwissenheit mag ohne Zweifel davonherrühren, dass die Physiker und Physiologen die Lehre vom Sehenhi den Händen der Metaphysiker gelassen haben, welche darübern m - berühmte Dissertationen zu Stande bringen konnten. Die zulange Dauer einer solchen Lage ist die Folge davon, dass dieAiiatomiker und Physiologen, anstatt von der Optik die uner-