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Dreiunddreiaaigstes Kapitel.
lässlichen Beweise zu entnehmen und mi t, der Lehre vom Sehensich zu beschäftigen, auf Lösungen gewartet haben, welche die Phy-siker ihnen nicht bieten konnten.
Auch die Lehre von der Färbung der Körper muss nachmeiner Ansicht, als illusorisch, aus der Optik entfernt werden.Ich werde die Anstrengungen erwähnen, mit denen man so oftmittels der beiden Hypothesen die offenbar unerklärliche Erschei-nung zu erklären versucht hat, dass jede Substanz ihre eigenthüm-liche Farbe hat. Die Vernunft muss durch die lange Gewöhnungan unbestimmte und willkürliche Auffassungen sehr verdunkeltsein, wenn sie für eine wahrhafte Erklärung der Eigenfarbendie vermeintliche Fähigkeit der Gegenstände hält, wonach sie nurdiese Art von Strahlen ausschliesslich zurückwerfen, oder über-senden, oder die ebenso unverständliche Fälligkeit, eine solcheOrdnung von Schwingungen des Aethers in Folge einer solchengleich chimärischen Anlage ihrer Moleküle zu erregen, was vielschwerer zu begreifen ist, als die Thatsache selbst. Die Erklärungen,welche Moliere seinen metaphysischen Doktoren in den Mund legt,sind nicht lächerlicher. Niemand unternimmt es noch, die spezi-fische Schwere, welche jeder Substanz eigen ist, zu erklären. Wes-halb soll es mit der spezifischen Farbe sich anders verhalten? Dieeine Ermittelung ist so metaphysisch, wie die andere.
Man muss die Lehre von den Farben wie eine blosse Ver-vollkommnung der Untersuchung des Lichts behandeln, in derWeise, dass man den Einfluss der Struktur, oder eines solchenanderen allgemeinen Umstandes, sei er selbst von zufälliger, odervergänglicher Art, auf die übersandte oder geworfene Farbe er-mittelt und niemals auf die täuschenden Untersuchungen der erstenUrsachen für die spezifische Färbung sich einlässt.
Betrachtet man die wesentlichen Theile der Optik, so findetman zunächst die eigentliche sogenannte Optik, oder die Lehre vomdirekten Licht. Diese Lehre und die der Katoptrik sind die ein-zigen, welche die Alten gepflegt haben. Das Gesetz der gerad-linigen Fortpflanzung des Lichts in jedem gleichartigen Mittelgenügt, um alle Fragen bezüglich der Lehre vom Schatten aufeinfache geometrische zurückzuführen. Diese Lehre hängt sowohlfür den Schatten, wie für den Halbschatten, von der Bestimmung