Band 
Erster Band.
Seite
295
JPEG-Download
 

Dreiunddreissigstes Kapitel. 295

einer entwickelungsfahigen Oberfläche ab, die gleichzeitig demleuchtenden wie dem erleuchteten Körper angehört.

Trotz seines Alterthums ist dieser erste Theil der Optik sehrunvollkommen, wenn man ihn in Bezug auf die Stärke des Lichts,oder auf das, was man die Photometrie nennt, in Betracht zieht.Die Stärke des Lichts wird durch mehrere allgemeine Umständemodifizirt, wie z. B. durch die Richtung, sei sie eine ausgehende,oder einfallende, durch die Entfernung, durch die Aufsaugung,welche das Medium ausübt, endlich durch die Farbe.

Die Optik geräth liier in Fehler, durch den Mangel einer Unter-lage von genauen lichtmessenden Instrumenten. Alle Lichtmesser sindnach den Gesetzen selbst eingerichtet, deren Wahrheit erst durchsie festgestellt werden soll, und meist nach dem zweifelhaftestenvon allen, nämlich nach dem, welches die Entfernung betrifft. Mannimmt an, dass die Stärke des Lichtes im umgekehrten quadrati-schen Verlniltniss der Entfernung steht, ohne dass eine Erfahrungvorliegt, welche diese zweideutige Vermuthung bestätigte. Einesolche unsichere Unterlage giebt man der Photometrie. Die eitlenHypothesen über die Natur des Lichts sind unnütze Führer, undals die Wellenbewegung an Stelle der Emission aufgestellt wurde,beschäftigten sich die Vertheidiger dieser neuen Lehre fast aus-schliesslich mit den Vorgängen, welche diesen Wechsel veranlassthatten, und bemerkten nicht einmal, dass die meisten der photo-metrischen Begriffe auf der alten Hypothese beruhten und deshalbeine neue Prüfung erforderten, an die aber Niemand gedacht zuhaben scheint.

Man begreift leicht, was die heutige Photometrie bei einemsolchen Verfahren sein kann. Das Gesetz für die Richtung imVerhältniss des Sinus des Ausgangs- oder Einfalls-Winkels istnicht besser bewiesen als das auf die Entfernung bezügliche. Dereinzige Zweig der Photometrie, welchem eine wissenschaftlicheFestigkeit innewohnt, ist die mathematische Lehre von der zuneh-menden und mehr oder weniger energischen Verschluckung desLichts, wenn es durch irgend ein Medium hindurchgeht, welcheLehre für Bouguet und später für Lambert der Gegenstand sehrinteressanter Arbeiten gewesen ist, obgleich der Mangel genauerBeobachtungen sich erkennen lässt. Zuletzt hat der photometrische