Fünfunddreissigstes Kapitel.
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da nur diese encyclopädische Stellung sich so von selbst dar-bietet. Durch die elektro-chemischen Vorgänge berührt die Chemiedie Physik und bildet nur eine einfache Fortsetzung derselben;auf der anderen Seite trifft sie durch das Studium der organischenVerbindungen auf die Biologie und bildet deren Grundlage.
Ich möchte die Chemie in Bezug auf die ihr vorgehendenWissenschaften betrachten und beginne deshalb mit der Physik.
Die chemischen Vorgänge sind verwickelter als die physika-lischen; das Studium jener ist dem dieser untergeordnet. Beidesind streng allgemein, aber die Ordnung der Allgemeinheit derchemischen Thatsachen ist der der physischen untergeordnet. Ver-gleicht man letztere mit den astronomischen Thatsachen, so habeich gezeigt, dass deren Allgemeinheit geringer ist, weil sie, ob-gleich allen Körpern gemeinsam, sich nicht unter allen Umständenoffenbart, da dies von gewissen Bedingungen abhängt. DasselbePrinzip findet hier Anwendung. Mit einfachen Modifikationen ge-hören die physikalischen Eigenschaften allen Substanzen zu. Da-gegen offenbart jeder Körper seine chemischen Eigenschaften nurbei einem so beschränkten Zustande, dass lange Reihen von müh-samen Versuchen nöthig waren, um dies zu erreichen. Die Naturbietet uns zahlreiche physikalische Wirkungen, die von keinenchemischen begleitet sind, während kein chemischer Vorgang statt-finden kann, wenn nicht gewisse physikalische gleichzeitig da sind.Die mächtigsten chemischen Wirksamkeiten sind der Physik ent-lehnt. Man kann deshalb die Chemie nicht ohne die Physik alsUnterlage verstehen.
Dieses Verhältniss ergiebt eine mittelbare aber nothwendigeUnterordnung der Chemie unter die Astronomie und selbst unterdie mathematische Wissenschaft.
Jeder Versuch, durch den man die chemischen Fragen in dasGebiet der mathematischen Lehren zurückführen will, kann derNatur der Vorgänge nicht angemessen erscheinen und kann nurmit willkürlichen Hypothesen über die innere Verfassung derKörper enden. Wenn die mathematische Untersuchung durch eineglücklicherweise unmögliche Verirrung in der Chemie dasselbeUebergewicht wie in der physikalischen gewönne, so führte dieszum Rückschritt, indem unbestimmte Auffassungen an die Stelle