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Fünfunddreissigstes Kapitel.
positiver Begriffe und ein algebraisches Gerede an Stelle der Er-forschung der Thatsachen träten.
Die unmittelbare Unterordnung der Chemie unter die Astro-nomie ist ebenso schwach, aber dennoch deutlicher. Sie bestehtbeinahe ohne dass man es bemerkt in der abstrakten Chemie,die heutzutage allein gepflegt wird. Wenn aber die Fortschritteder Philosophie die Entwickelung der konkreten Chemie gestattenwerden, d. h. die Anwendung der chemischen Kenntnisse auf dieNaturgeschichte der Erde, daun wird man sicherlich für die Er-klärung der Vorgänge die Verbindung chemischer und astrono-mischer Betrachtungen für nöthig halten. Die jetzige Geologielässt uns das künftige Hervortreten einer solchen Nothwendigkeitim Voraus fühlen; ein unbestimmter Instinkt hatte vermuthlichdieselbe den Philosophen des theologischen Zeitalters inmittenunter deren Annäherungen zwischen Astrologie und Alchemie em-pfinden lassen.
Wenn nun auch das Verhältniss der Chemie zur mathema-tischen Wissenschaft und selbst zur Astronomie für die Lehre nichtbedeutend ist, so gilt dies doch nicht auch für die Methode. DieGewöhnung des Geistes an das mathematische Verfahren und andie astronomische Philosophie übt den heilsamsten Einfluss auf dieGelehrten, welche sich dem Studium der Chemie widmen.
Es wäre überflüssig, die Verknüpfung der Chemie mit den ihrfolgenden Wissenschaften und insbesondere mit der Biologie dar-zulegen. Eine solche Untersuchung wird bei Betrachtung dieserletzten Wissenschaft mehr an ihrem Platze sein, da sie sich aufdie Chemie theils als Ausgangspunkt stützt, theils als das wichtigsteMittel für die Untersuchung.
Nachdem die Stellung der Chemie so festgestellt worden, sohabe ich den Grad von Vollkommenheit darzulegen, den dieseWissenschaft im Vergleich zu anderen besitzt. Sowohl in Betrachtder Methode wie der Lehre steht die Chemie an Vollkommenheit,der Physik nach und geht der Biologie vor. In der Methode hatdie Physik mehr als die Chemie dem Positiven sich genähert.Wenn die Physik in ihren Hypothesen noch einen metaphysischenCharakter zeigt, so ist die Chemie in gewisser Hinsicht noch we-sentlich metaphysisch. Die Lehre von den Verwandtschaften