Fünfunddreissigstes Kapitel.
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hat noch eine noch grössere ontologische Natur, wie die der einge^bildeten Fluida und des Aethers . Letztere sind nur materialisirte En-titäten, aber die gewöhnlichen Affinitäten sind vollkommen reineEntitäten, so schwankend und unbestimmt wie die der scholastischen Philosophie des Mittelalters. Die Lösungen, welche man darausableitet, haben den Charakter metaphysischer Erklärungen, sie sindeinfache naive Wiederholungen in abstrakten Ausdrücken dessen,was schon der Vorgang selbst ausdrückt. Der Fortschritt in derchemischen Beobachtung, welcher eine so unbestimmte Philosophieum ihr Ansehen bringen wird, hat so bis jetzt zu Modifikationengenöthigt, welche nur deren Nichtigkeit aufdecken. Als die Affi-nitäten für absolut und unvermeidlich galten, zeigte deren Anwen-dung eine grossartige Erscheinung; allein nachdem die Thatsachenuns genöthigt haben, diese Affinitäten als abhängig von einerMenge verschiedener Umstände aufzufassen, ist deren Benutzungdurch diese Veränderung allein noch deutlicher ein vergeblichesja kindisches Verfahren geworden. So weiss man zur Feststellungder Begriffe, dass das Eisen das Wasser bei einer grossenTemperatur zerlegt; allein dessenungeachtet hat man später er-kannt, dass unter dem blossen Einfluss einer höheren Temperaturder Wasserstoff die Eisenoxyde zerlegt. Was kann nunmehr ir-gend eine Ordnung der Verwandtschaft bedeuten, die man meint,zwischen dem Eisen und dem Wasserstoff für den Sauerstoff auf-stellen zu müssen? Wenn diese Ordnung sich nach der Tempe-ratur ändern lässt, wie kann man da bestreiten, dass diese angeb-liche Erklärung nur ein Spiel mit Worten ist?
Der Einfluss der Erziehung und vor allem die dem entspre-chende allgemeine Entwickelung der Menschheit beherrschen der-art den Gang der einzelnen, selbst ausgezeichnetsten Geister, dassBerthollet in seiner Schrift, wo er die alte Lehre von den festenoder auswählenden Affinitäten umgestossen hat, sich doch nichtganz den Gewöhnungen an die chemische Ontologie hat ent-schlagen können und den Gebrauch der leeren Begriffe aufrechterhalten hat, obgleich sie durch die Modifikationen selbst, die erdenselben aufgelegt hat, noch unbestimmter geworden waren. Wiesehr diese Gewöhnungen noch festgewurzelt sind, zeigt die sonder-bare und verkehrte Lehre von der prädisponirenden Affinität,