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Erster Band.
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Fünfunddreissigates Kapitel.

die noch für klassisch gilt, wie die neuesten Abhandlungen, unteranderen die von Berzelius , ergeben. Wenn z. B. die Wirksam-keit der Schwefelsäure bei gewöhnlicher Temperatur die Zerlegungdes Wassers durch Eisen herbeiführt, so dass der Wasserstoff freiwird, so leitet man diesen Vorgang von der Affinität der Schwefel-säure für das Oxyd des Eisens ab, welches strebt, sich zu bilden.Kann man nun wohl etwas mehr Metaphysisches, ja selbst Un-verständlicheres ersinnen, als ' die sympathetische Wirksamkeiteiner Substanz auf eine andere, die noch nicht besteht und dieBildung derselben in Folge dieser wunderbaren Neigung? Man mussgestehen, dass neben einer solchen Auffassung die sonderbaren Fluidader Physiker noch vernünftig und befriedigend erscheinen.

Aus dem Vorstehenden kann man entnehmen, wie wichtig derPlan ist, den ich für die Erziehung der Chemiker angedeutet habe.Die Lehre von den Affinitäten ist unverkennbar und offenbar nurein Versuch, um die innere Natur der chemischen Vorgänge zubegreifen, die doch ebenso unzugänglich sind, als die analogenWesenheiten, die man sonst für die einfachsten Vorgänge suchte.Wie können daher die Chemiker sich entsprechend von dem posi-tiven Geist anders erfüllen, als durch das Studium der Wissen-schaften, wo dieser Geist vollständig entwickelt ist?

Ich habe noch die höchsten philosophischen Eigenheitender Chemie in Bezug auf deren Einfluss auf die Erziehung dermenschlichen Vernunft darzulegen.

Man könnte zunächst in Bezug auf die Methode sagen, dassdie Chemie dem menschlichen Geist grosse Hülfsquellen biete, umim Allgemeinen die Kunst des Anstellens von Versuchen zu lehren;allein die Physik ist ihr in diesem Punkte überlegen. Die Chemiekann allerdings die Kunst der eigentlich sogenannten Beobachtunglehren; ja in dem System der positiven Methode ist ein sehr wich-tiger, obgleich wenig beachteter Theil vorhanden, den zu vervoll-kommnen die Chemie mir bestimmt scheint. Es handelt sich nichtum die Lehre der Eintheilung, welche die Chemiker schlecht ver-stehen, sondern um die Kunst vernünftiger Namengebung, fürwelche die Chemie nach der Natur ihrer Gegenstände die bestenVorbilder bietet.

Unter den Wissenschaften, wo die Menge der betrachteten