Fünfunddreissigates Kapitel.
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Gegenstände zur Bildung von neuen Namen nöthigt, ist die Chemiedie einzige, wo die Vorgänge so einfach, gleichförmig und genügendbestimmt sind, dass ihre vernünftige Namengebung zugleich klar,schnell und vollständig sein kann. Alle chemischen Betrachtungenwerden von dem Begriff der Verbindung beherrscht, und das Zielder Chemie geht auf die Anknüpfung von Allem an diese obersteBezeichnung. Indem so der Name jedes Körpers seine Verbindungerkennen lässt, kann er einen Abriss von seiner chemischen Ge-schichte geben. Je mehr die Chemie vorschreitet, um so mehrwird diese Eigenthümlichkeit ihrer Namen sich entwickeln. Aufder andern Seite ist die Verbindung zu Zweien, die die allge-meinste ist, die günstigste Bedingung für eine schnell zu be-wirkende und doch bezeichnende Benennung. Die Chemie hat auchzu allen Zeiten ein mehr oder weniger grobes System dafür ge-boten, aber keines kann sich mit dem vergleichen, welches GuitonMorveau gebildet hat. •
So vermag die Chemie recht eigentlich eines der fundamen-talen Mittel zu entwickeln, deren Gesammtheit die allgemeineMacht des menschlichen Geistes ausmacht. In den verwickelterenWissenschaften hat die Aufstellung der Namen, obgleich schwie-riger, ein grosses Interesse; ich habe deshalb zeigen wollen, wienotbwendig es ist, aus der Chemie die Prinzipien und die Ge-schicklichkeit für wissenschaftliche Namengebung zu entnehmen.
Noch hervortretender und wesentlicher sind die philosophischenEigenschaften der Chemie für die Lehre selbst. Ich habe schonden Charakter des Widerstandes gegen alle theologische Philosophieerwähnt, welcher sich in den zwei Eigenschaften der verschiedenenWissenschaften ausspricht: 1) Voraussicht der Vorgänge und 2)willkürliche Modifikation derselben. Ich habe auch gesagt, dassje mehr die Fähigkeit der Voraussicht in Folge der steigendenVerwickelung der Vorgänge abnimmt, desto mehr die Fähigkeit fürModifizirung zunimmt, und zwar in Folge der Manniclifaltigkeitder Agentien, welche gerade aus dieser Verwickelung hervorgeht.
Deshalb muss die Entwickelung der menschlichen Macht beiden chemischen Hervorbringungen die Schwäche der Chemie in derklugen Voraussicht airsgleichen und damit zeigen, dass diese Klassevon Vorgängen durch keinen providentiellen Willen geleitet werden
Corote-Rig, positive Philosophie. 21