Sechsunddreissigstes Kapitel.
323
Die Entwickelung der chemischen Untersuchungen zeigt die Nich-tigkeit solcher Eintheilung, weil der erste Theil immer in denzweiten eingreift, und letzterer würde beinahe keinen Inhalt mehrhaben, wenn er ihn nicht auf Kosten der Biologie entnähme.Kurz, die organische Chemie hat einen Bastard-Charakter, der halbChemie und halb Biologie ist.
Der Anhalt für eine rationelle Eintheilung der Chemiekann nur aus der Ordnung der Ideen über die Zerlegung ent-lehnt werden. Verfolgt man (he stetige Verwickelung der Vor-gänge, so kann diese Ordnung der Ideen nur zwei Anhalte für dieEintheilung der Chemie bieten, 1) che zunehmende Menge dermittelbaren und unmittelbaren bildenden Prinzipien, je nachdem siezweifach oder dreifach u. s. w. sind, und 2) den mehr oder wenigergesteigerten Grad der Verbindung der unmittelbaren Prinzipien, derenjedes, im Pall z. B. einer steten Zweiheit, hei einer mehr oderminder grossen Zahl sich folgender Fälle in zwei andere Prinzipiengetrennt werden kann. Dabei muss vorweg entschieden werden,welcher von diesen beiden Gesichtspunkten der vorherrschende seinsoll, ln meinen Augen steht die Erwägung des Grades der Ver-bindung höher, als die von der Vielheit der Prinzipien, indemsie den Geist und das Ziel der chemischen Wissenschaft besser kenn-zeichnet.
Sechsunddreissigstes Kapitel.
Allgemeine Betrachtungen über die unorganische Chemie.
Wie auch die Chemie eingetheilt wird, so wird man dochimmer mit der Geschichte der verschiedenen einfachen Körper be-ginnen. Ueherdem behandeln alle Chemiker diese Untersuchungals den voranzustellenden Theil ihrer Systeme der Chemie.
Dessenungeachtet macht der Plan von Chevreul davon eineAusnahme, welcher auf die Darstellung jedes Elementes die aller
21 *