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Sechsunddreisaigstes Kapitel.
zu einer wissenschaftlichen Schwierigkeit führt sie nicht; manbraucht nur zuzulassen, dass die Lösungsvornahmen zu heftig undgrob sind, um zunächst blos die nächsten Bestandtheile zu gewinnen,ohne sie aufzulösen. Auch der auf die dann übermässige Zahl vonzweitheiligen Verbindungen sich stützende Einwurf ist nicht erheb-lich, denn wir kennen in der That schon jetzt fünf verschiedeneVerbindungen zwischen Stickstoff und Sauerstoff. Der Begriff eineralleinigen Verbindung des Wasserstoffes mit dem Sauerstoff schienunerschütterlich und hat doch zwei sehr charakteristischen Ver-bindungen weichen müssen. Der Kohlenstoff und Stickstoff, derenVerbindung unmöglich schien, bilden heutzutage das Cyankalium.
Allerdings könnte eine allgemeine und unbeschränkte Zweiheitnur aufrecht erhalten werden, wenn die Chemiker den besonderenSinn des Wortes': Substanz nicht durch den Gedanken einerwirklichen Verbindung ersetzten; denn man kann in der biologi-schen Chemie mehrere Fälle anführen, wo man nicht bestimmenkann, dass eine zwiefache Verbindung vorhanden sei. Allein wennman nicht den Begriff der Auflösung, und selbst den der Mi-schung, mit dem der Verbindung vermengen will, kann mannicht als eine chemische Substanz sui generis eine Zusammen-bringung verschiedenartiger Substanzen ansehen, deren Anhäufungbeinahe immer nur mechanischer Art ist, wie z. B. der Pflanzen-saft, das Blut, der Urin, die Steine in der Leber und im Urin u. s. w.,bei welchen die Anzahl der angeblichen nächsten Bestandtheile ingewisser Weise ganz unbeschränkt sein kann.
Um diese Darlegung zusammenzufassen, kann man sie aufden Satz zurückführen, dass die Chemie zur Vereinfachung ihrerGrundbegriffe von dem Grade der Unbestimmtheit Nutzen ziehensollte, welche die Natur ihrer Untersuchungen über die innereVerfassung der Körper bestehen lässt. Ich behaupte nicht, dassdie zwiefache Verbindung ein wirkliches Naturgesetz sei, allein ichschlage es als ein Hülfsmittel vor, das die Begriffe über die Ele-mente der Körper vereinfachen soll.
Dies sind die Bedingungen für die Methode und Lehre, welcheder Chemie nöthig sind, wenn man in ihr zur Errichtung einesSystems natürlicher Eintheilung schreiten will.
Es giebt mit Ausnahme der Astronomie keine Wissenschaft,