342
Siebenunddreissigstes Kapitel.
lenmässigen Verbindung verwirklicht bei diesen Elementen beinahealle erdenklichen Proportionen. Auch geben alle Chemiker mehroder weniger offen zu, dass die organischen Substanzen sich demPrinzip der bestimmten Proportionen entziehen. Ein solches Zu-geständniss besagt, dass dieses Prinzip kein Naturgesetz ist, oderdass dieses Gesetz für alle Elemente gilt, ausgenommen Sauerstoff“,Wasserstoff, Kohlenstoff und Stickstoff, denn sonst könnte die ein-geführte Trennung zwischen organischer und unorganischer Che-mie nicht einen so tiefen Einfluss äussern. Ein wahrhaftes Gesetzmuss von einer so fehlerhaften scholastischen Eintheilung unab-hängig sein; die ganze Chemie ist nothwendig unorganisch, d. h.gleichartig, und deshalb muss die Ausnahme der organischen Sub-stanzen, wenn sie unwiderruflich ist, die Lehre von den bestimmtenProportionen zerstören und sie zu einer empirischen Sammlunganalytischer Erfahrungen für einen mehr oder weniger bequemenGebrauch erniedrigen.
Die in den beiden vorhergehenden Kapiteln ausgesprochenenBetrachtungen zeigen, wie nöthig es ist, die Eintheilung der Chemiein die organische und unorganische zu beseitigen. Ich meine diejetzige hauptsächlichste Aushülfe zerstört zu haben, wonach mandie organischen Verbindungen als drei- oder viertheilige auffasstund das Gesetz bestimmter Proportionen auf die blos zweitheiligenVerbindungen beschränkt. Ich habe die Nothwendigkeit und dieMöglichkeit dargelegt, dass alle Verbindung auf die zweitheiligezurückgeführt werde. Wenn man diese zwiefache Verbesserungnicht anders herstellen kann, als dass man die Lehre von den be-stimmten Proportionen aufgiebt, so sollte mau damit nicht zögern,denn die Fortschritte, welche für die Chemie durch die Gleich-artigkeit der Auffassungen und durch den zum System erhobenenDualismus erlangt werden, sind wichtiger als die Vervollkomm-nung der chemischen Studien von demselben Zahlengesichtspunkteaus. Auch vertragen sich diese beiden Arten von Fortschritt;denn ich hoffe zu beweisen, dass die Beseitigung der organischenChemie und die Ausdehnung des Dualismus auf alle organischenVerbindungen die einzigen Mittel gewähren für die vollständigeVerallgemeinerung des Gesetzes der bestimmten Proportionen.
Wenn dem System der Chemie alle die organischen Verbin-