Siebenunddreissigstes Kapitel.
343
düngen ein gefügt werden, welche der nöthigen Dauerhaftigkeitfähig sind, so wird man durch dieselbe philosophische Vornahmedahin geführt werden, dass man das Studium der an zweite Stellegestellten Substanzen mit dem Gebiet der Biologie verbindet, dasie ihren vergänglichen und veränderlichen Bestand nur der Ent-wickelung der Vorgänge des Lebens verdanken. Diese zweiteKlasse organischer Stoffe besteht zum grössten Theil aus wahr-haften Mischungen, welche alle möglichen Proportionen zulassenund nur durch die Bedingungen des Lebens beschränkt sind. DieSubstanzen, bei denen man wirkliche Verbindungen annehmenmuss, wird man allerdings als dem Gesetz der bestimmten Pro-portionen unterworfen ansehen müssen, allein die Verwickelungsolcher Verbindungen, und hauptsächlich deren Unbeständigkeit,gestatten vielleicht niemals ein erfolgreiches Studium derselbenvom zahlenmässigen Gesichtspunkte aus und haben für die Biolo-gie auch nur ein untergeordnetes Interesse. Diese Unterscheidungvermindert die Schwierigkeiten bei Ausdehnung des Gesetzes derbestimmten Proportionen auf organische Verbindungen. Dessen-ungeachtet wird die Chemie noch eine so grosse Zahl von solchenVerbindungen befassen, dass eine solche Ausdehnung sich erstdann wird verwirklichen lassen, wenn die gewöhnliche Auffassungder drei- und viertheiligen Substanzen sich geändert haben wird.Nun erfüllt aber die Aufstellung eines strengen Dualismus dieseletzte Forderung, und dies habe ich noch darzulegen.
Wenn die organischen Substanzen als einfache zweitheiligeVerbindungen zweiter Ordnung angesehen werden, oder allenfallsauch dritter Ordnung, deren unmittelbare Bestandtheile nur durchdirekte und immer nur zweitheilige Verbindungen jener drei odervier Elemente gebildet werden, so würde man genau alle zahlen-mässigen Verschiedenheiten, welche die Elementaranalyse erweist,darstellen können, indem man sich darauf beschränkte, für jedenGrad der Verbindung eine sehr geringe Zahl von bestimmten undgenau bezeichneten Proportionen anzunehmen.
Ich betrachte zunächst den dreitheiligen Fall, welcher denVerbindungen vegetabilischer Natur eigenthümlich ist. Die dreiElemente, aus denen sie bestehen, d. li. der Sauerstoff, der Wasser-stoff und der Kohlenstoff, können in drei Arten von zweitheiligen