Band 
Erster Band.
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356
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356 Neununddreissigstes Kapitel.

so oft erneuerten Untersuchungen unzusammenhängend und un-genügend.

Bei Betrachtung der Fälle der Pflanzen-Anatomie hat Raspailgegen die Menge der organischen Prinzipien, und namentlich dervegetabilischen Alkalien, protestirt. Er hat gezeigt, dass die Ein-bildung, eine grosse Zahl dieser Substanzen als verschieden an-zusehen, meist davon komme, dass die Chemiker nicht auf die sichfolgenden Grade der Ausarbeitung desselben ursprünglichen Stoffesin der allgemeinen Entfaltung des Pflanzenwuchses achteten, oderdass sie die vorliegenden Stoffe mit ihren anatomischen Hüllenverwechselten. Die geringe Aufmerksamkeit, welche solchen syste-matischen Ansichten zugewendet wird, gebietet mir deren Einflussauf die Vervollkommnung der organischen Chemie darzulegen.Niemand hat besser als Raspail erkannt, dass die chemischenGesichtspunkte den biologischen untergeordnet werden müssen.

Die Resultate der Analysen bei den wichtigsten Vorgängendes organischen Lebens zeigen noch deutlicher, dass die Chemikerdazu nicht geeignet sind. Sie haben in der Biologie keinen Punktder Lehre feststellen können und nur einfach Material geliefert,das die Biologen erst verwerthen können, wenn sie es zuvor einerneuen Verarbeitung unterworfen haben. Ich beschränke mich hierauf Angabe der auffallendsten Beispiele.

Die schönen Versuche von Priestley , Senne hier undSaussure über die gegenseitige chemische Wirkung der Pflanzenund der atmosphärischen Luft haben die gesammte Pflanzenöko-nomie aufgehellt. Die späteren Studien haben irnless gezeigt, dassdiese Untersuchungen nicht so einfach sind, als die Chemiker, dieeinen einzelnen Theil der Vorgänge bei den Pflanzen untersuchthatten, vorausgesetzt hatten. Die Einsaugung der Kohlensäure unddie Ausstossung des Sauerstoffes sind zwar bei der Thiitigkeit derBlätter sehr wichtig, aber zeigen doch nur eine doppelteBewegung im pflanzlichen Leben. Diese Thätigkeit wird theil-weise durch die umgekehrte Thätigkeit bei den Keimen desSamens ausgeglichen, sowie bei dem Reifen der Früchte, undselbst bei dem Eintritt der Blätter vom Licht in die Dunkel-heit. Sie kann deshalb für die Erklärung der elementaren Bil-dung der Pflanzensubstanzen nicht genügen, und ebensowenig