Band 
Erster Band.
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Vierzigstes Kapitel.

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ist, habe ich sie doch im Voraus andeuten müssen, um den Geistder positiven Philosophie darzulegen und zugleich die Unvollkom-menheit ihrer jetzigen wissenschaftlichen Ausbildung anzudeuten.Bei jeder anderen Wissenschaft würde eine solche Betrachtung nurderen encyklopädische Stellung darlegen, ohne unmittelbar derenwesentlichen Charakter zu betreffen, aber für die Biologie bildetderen Unterordnung unter die Wissenschaft der Welt die Grund-lage ihrer Positivität. Die Biologie hat ihren wissenschaftlichenCharakter beinahe gleichzeitig mit der Epoche angenommen, wodie Lebensvorgänge als allgemeinen Gesetzen unterworfen ange-sehen worden sind, von denen sie nur besondere Bethätigungen dar-stellen. Ihre Unabhängigkeit wird nur noch von den Metapkysikemaufrecht erhalten. Indess ist das beginnende Gefühl des wahrenspekulativen Gesichtspunktes, von dem aus das Leben studirt seinwill, noch so wenig kräftig, dass es bis jetzt keine Aenderung indem alten System, nach dem man die Biologie betrieben, hat her-beiführen können.

Die Wichtigkeit meines Werkes ist deshalb für diese Wissen-schaft grösser, als für jede andere. Es handelt sich in der Thatdarum, ihren Charakter festzustellen. Mein Unternehmen soll dasStudium lebender Körper nicht blos den mannigfachen metaphy-sischen Einflüssen unwiderruflich entziehen, sondern auch vor denübertriebenen Eingriffen der unorganischen Philosophie bewahren.Seit beinahe einem Jahrhundert ist die Biologie zwischen der Me-taphysik, welche sie behalten wollte, und der Physik, welche siein sich aufnehmen wollte, hin- und hergeworfen worden, zwischendem Geist Stahl's und dem Geist Boerhave’s.

Die Verwickelung der biologischen Vorgänge und deren nochneue Bearbeitung erklären ihre vergleichsweise Unvollkommenheit.Der Einfluss der metaphysischen, und selbst der theologischenPhilosophie treibt noch immer zur Aufsuchung jener absolutenBegriffe, die man in Bezug auf weniger verwickelte Vorgängeaufgegeben hat. Seit einem Jahrhundert erlässt man der Physikdas Eindringen in das Gekeimniss der Schwere; sie soll nur derenGesetze aufdecken; allein dies hindert nicht, dass man täglich derBiologie Vorwürfe macht, weil sie uns nicht über das innere We-sen des Lebens, der Gefühle und des Denkens belehre.