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Erster Band.
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Vierzigstes Kapitel.

Nach diesem Vorwort habe ich die Biologie unter denselbenGesichtspunkten wie die vorhergegangenen Wissenschaften zu be-trachten und daher ihren Charakter zu bezeichnen und das Gebietihrer Untersuchungen zu umschreiben.

Die Entwickelung des menschlichen Verstandes strebt vonselbst nacli dem Uebergang jedes Wissenszweiges aus dem theo-logischen und metaphysischen Zustande in den positiven. DieserUebergang würde indess ein sehr langsamer sein, wenn er nichtdurch einen unvermeidlichen Trieb beschleunigt würde, welcheraus dem Bedürfniss der Anwendung hervorgeht. Desshalb hatschon die Mehrzahl der Philosophen gesagt, dass jede Wissenschaftaus einer entsprechenden Kunst hervorgehe. Die Verbindung derWissenschaften mit den Künsten ist für die Entwickelung vonhoher Bedeutung, allein diese Verbindung strebt deren Gang zuverlangsamen, wenn die Wissenschaften einen gewissen Grad vonAusdehnung erlangt haben. Unsere Kraft für die Spekulation gehtweiter als unsere Fähigkeit für das Handeln. Es wäre deshalbverkehrt, die Thätigkeit der ersteren nach der der letzteren regelnzu wollen. Die Wissenschaft hat zu erkennen und demgemässvorherzusehen; der Kunst gehört das Können, und folglich hat siezu handeln. Wenn auch die Wissenschaft von der Kunst sichableitet, so kann sie doch in ihrem positiven Entstehen keine festeund schnelle Entwickelung mit sich führen, wenn sie nicht vonaller Idee der Kunst getrennt aufgefasst und betrieben wird. Diesist allerdings bei der Mathematik und Astronomie in Folge derweit zurückreichenden Epoche ihrer Bildung weniger bemerkbar.Aber mit der Physik und Chemie verhält es sich anders; bei derenGeburt sind wir sozusagen zugegen gewesen. Wir wissen, wie ihrVerhältnis zur Kunst wesentlich ihren ersten Schritten gedientund wie später die Trennung von derselben zur Schnelligkeit ihrerFortschritte beigetragen hat.

Diese Erwägungen sind auch auf die Biologie anwendbar.Keine Wissenschaft hat so eng wie sie ihren Weg mit der Ent-wickelung der entsprechenden Kunst verknüpft, und die Bio-logie hat, wie die übrigen Wissenschaften, einen offenen spekula-tiven Anlauf zu nehmen und sich von allem unmittelbaren An-schluss, sowohl an die medizinische Kunst wie an jede andere