Band 
Erster Band.
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Vierzigstes Kapitel.

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praktische Thätigkeit, freizuhalten. Hauptsächlich muss diePhysiologie von der Medizin getrennt werden, damit sie ihreneigenthümlichen Charakter sich bewahre, und um die organischePhilosophie der unorganischen folgen zu lassen. Seit Haller hatsich diese Trennung in Deutschland und Frankreich vollzogen; sieist aber noch nicht so vollkommen, um den Aufschwung der Bio-logie frei und schnell zu machen. Ihr fortgesetztes Anhängen andie medizinische Kunst hemmt die Fortbildung der Biologie durchdiejenigen Geister, welche am geeignetsten sind, deren spekulativenFortschritt zu leiten. Abgesehen von einer kleinen Zahl schätzbarerAusnahmen, ist dieses Studium in den Händen der Mediziner, ob-gleich sie durch ihre wichtigen Geschäfte xmd unvollständige Er-ziehung dazu unfällig geworden sind. Diejenigen, welche denGedanken, den Schiffern die Pflege der Astronomie anzuvertrauen,als thöricht zurückweisen würden, werden es schliesslich sonderbarfinden, dass man die biologischen Studien den Medizinern in ihrenMussestunden überlässt.

Der einzige scheinbare Grund, der sich für eine solche Ver-wirrung anführen Hesse, Hegt in der Besorgniss, die Lehre möchte,wenn sie ihrem freien Aufschwung überlassen werde, die Rück-sicht auf die Bedürfnisse der Praxis verlieren und diese Trennungdeshalb deren wesentliche Vervollkommnung aufhalten. AHeindiese Wissenschaft dürfte wenig zum Fortschritt der Kunst bei-tragen, wenn die letztere mit aüer Anstrengung sie als einen An-hang ihrer selbst festhielte und gerade dadurch sich ihrer Ent-wickelung entgegenstellte. Uebrigens müssen die schlagendenund einstimmigen Erfahrungen bei den anderen Künsten aUe der-artigen Sorgen zerstreuen.

Für die weiter vorgeschrittenen Wissenschaften wären dieseAusführungen nicht nötliig gewesen, aber für die Biologie warensie nothwendig, um die rein spekulative Auffassung schärferzu begründen, in welcher eine solche Wissenschaft betrachtetwerden muss. Ich werde nunmehr unmittelbar den wahrhaftenGegenstand der abstrakten Biologie untersuchen. Da das Studiumder Gesetze des Lebens die wesentliche Aufgabe der Biologiebildet, so muss zunächst der Begriff des Lebens an sich vom phi-losophischen Standpunkte aus betrachtet werden.