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Vierzigstes Kapitel.
init der grossen Verschiedenheit seiner Modifikationen. Ohne ersterehätte die Vergleichung keine zuverlässige Unterlage, ohne diezweite fehlte ihr die Ausdehnung und ihre Fruchtbarkeit; durchdie Verbindung beider wird die Methode zugleich möglich undpassend. Nun sind nach der Definition des Lebens diese beidenEigenthiiiulichkeiten in dem Studium der biologischen Vorgängeverwirklicht.
Die ganze biologische Wissenschaft leitet sich daraus ab, dassdie Ideen der Organisation und die Ideen des Lebens einander ent-sprechen. Die Einheit des Gegenstandes könnte dann nicht grössersein, und die beinahe unbegrenzte Mannigfaltigkeit seiner Modifi-kationen, sowohl der statischen wie der dynamischen, brauchtnicht festgestellt zu werden. Vom anatomischen Gesichtspunkt auszeigen alle Organismen, sowie alle ihre Tlieile eine gemeinsameGrundlage für ihren Bau und ihre Verbindungen, aus welcher mehrnoch die verschiedenen Organisationen der Gewebe, der Organeund der mehr und mehr verwickelten Vorrichtungen hervorgehen.Ebenso sind vom physiologischen Gesichtspunkt aus alle lebendenWesen in all ihren Vorrichtungen und zu allen Zeiten ihres Be-stehens mit einer gemeinsamen Lebensfähigkeit begabt, welche dieGrundlage für unzählige Vorgänge ist, die sie in ihrem allmählichenAufsteigen kennzeichnen. Der eine und der andere dieser Gesichts-punkte ergeben, dass die Aehnlichkeit zwischen den verschiedenenFällen wichtiger ist als die Eigenschaften, welche sie trennen.Auf dieser Ansicht beruht die Vernünftigkeit der vergleichendenMethode in ihrer Anwendung auf die Biologie.
Auf den ersten Blick scheint die dieser Wissenschaft obliegendeVerbindlichkeit, wonach sie das Ganze aller organischen und dasLeben betreffenden Fälle in deren zahlloser Menge umfassen soll,den menschlichen Geist mit unübersteiglichen Schwierigkeiten zubelasten, und das Gefühl dessen hat die Entwickelung der physio-logischen Biologie lange Zeit aufhalten müssen; allein eine solcheAusdehnung der Aufgabe bildet nicht im Entferntesten ein wahresHemmniss für die Wissenschaft, sondern wird im Gegentheil durchdie daraus sich ergebende auf klärende Vergleichung zum stärkstenMittel für ihre Vervollkommnung.
Auf die blosse Betrachtung des Menschen beschränkt, konnte