Vierzigstes Kapitel.
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die Biologie keinen, nicht einmal einen anatomischen Fortschrittmachen, als mir durch die Beziehung auf die beschreibende undoberflächliche Anatomie, wie sie allein bei der chirurgischen Kunstanwendbar ist. Indem die Biologie so vorschritt, begann sie dieLösung der schwierigsten Aufgabe mit der isolirten Prüfung desverwickeltsten Falles. Allerdings war dieser Ausgangspunkt un-vermeidlich und für die Begründung der Einheit der Biologie nichtzu umgehen. Der menschliche Typus konnte nicht willkürlich ge-wählt werden; er wurde nicht vorgezogen, weil er am besten ge-kannt und der interessanteste war, sondern weil er die vollstän-digste Zusammenfassung aller übrigen Fälle war, indem er von sichaus eine wissenschaftliche Nebeneinanderstellung derselben gestattete.
Wenn zunächst eine Untersuchung des Menschen in seinemausgewachsenen und normalen Zustande begonnen wird, so kannjene grosse wissenschaftliche Einheit gebildet werden, wonach sich dieeinander folgenden Gestalten der biologischen Reihe ordnen. Alleindie Wissenschaft vom Menschen würde in ihrem Anfänge ver-harren, wenn nach einem solchen vorläufigen Verfahren nicht dasGanze dieses Studiums wieder aufgenommen und der ursprünglicheTypus mit allen übrigen nach allen Beziehungen verglichen würde.
Ich werde nun die verschiedenen Auffassungen darlegen, nachwelchen die biologischen Vergleichungen zu geschehen haben. Essind die Vergleichungen 1) zwischen den einzelnen Theilen jedesbestimmten Organismus; 2) zwischen den Geschlechtern; 3) zwischenden verschiedenen Gestaltungen, die in dem Ganzen der Entwicke-lung hervortreten; 4) zwischen den einzelnen Racen oder Varietätenjeder Gattung; 5) endlich und im höchsten Maasse der Verglei-chung zwischen allen Organismen in der biologischen Rangordnung.Dabei versteht es sich, dass die Organismen immer in ihrem nor-malen Zustande betrachtet werden. Wenn die Gesetze für diesenZustand festgestellt sind, so kann dann zur vergleichenden Patho-logie, sowohl der statischen wie der dynamischen, übergegangenwerden.
Es ist wichtig, dass die allgemeinen Gründe für die Verglei-chung nicht vermehrt werden; sonst könnte man dazu auch diePrüfung der Verschiedenheiten rechnen, welche jeder Theil oderjede Wirksamkeit des Organismus in Folge der äusseren normalen