Band 
Erster Band.
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Vierzigstes Kapitel.

nach dem Umfang und der Mannigfaltigkeit ihrer Hülfsmittel, sokönnte keine mit der Biologie wetteifern; aber ihre Hülfsmittelkönnen nur unvollkommen die wechselnden Hindernisse ausgleichen,welche ihr, nach der von mir dargelegten philosophischen Regel,entgegentreten. Die Unvollkommenheit der Biologie kommt nichtblos von ihrem späteren Eintritt in den positiven Zustand, sondernhauptsächlich von der grösseren Verwickelung ihrer Vorgänge.Die Biologie wird immer niedriger stehen als die Zweige der un-organischen Philosophie, ja selbst niedriger als die Chemie, soweites sich um die Zusammenfassung und die Vorausselmng der Vor-gänge handelt. Sämmtliclie biologische Arbeiten bilden bis jetztnur eine vorläufige wüste Thätigkeit. Die unmittelbare Aufstellungbiologischer Gesetze wäre voreilig, doch genügt das Wenige vonscharfen Begriffen, was wir besitzen, um einzusehen, dass dieWissenschaft der lebenden Körper mit Rücksicht auf die Ver-wickelung ihrer Vorgänge mehr, als man gewöhnlich annimmt, fürihre Gleichstellung und mithin auch für ihr Voraussehen, demRange dieser Wissenschaft entsprechend, erreichen kann.

Prüft man die Stellung der Biologie zu den übrigen Wissen-schaften, so lässt sich übersehen, in welcher passenden Weise mansich für sie vorzubereiten hat. Es geschieht durch ein philosophi-sches Studium der Mathematik, dann der Astronomie, der Physikund der Chemie. Trotz der Schwierigkeit dieser Vorarbeiten darfman nicht vergessen, dass die Zeit, welche heutzutage auf un-nütze Wortstudien, oder auf leere metaphysische Spekulationen ver-wendet wird, genügen würde, um diese Vorbereitungen für gut ver-anlagte Geister zu gewinnen, welche ja allein eine so verwickelteWissenschaft weiterzuführen vermögen.

Ich habe noch die pliilosophischen Eigenthümlichkeiten derBiologie darzulegen, d. h. ihren Einfluss auf die Entwickelung undBefreiung der menschlichen Vernunft.

Für die Methode hat die Biologie die Aufgabe, die Kunst desVergleichens und des Klassiflzirens zu entwickeln. Für jenes habeich bereits das Nüthige bemerkt; für dieses beschränke ich michauf einige kurze Andeutungen.

Die Kunst der Eintheilung, welche das Gedäehtniss erleichternund die wissenschaftlichen Zusammenfassungen fördern soll, wird