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Erster Band.
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Kinundvierzigstes Kapitel.

hat deshalb soweit als möglich zu bestimmen, in welchen Elementenes unmittelbar bestellt, da man nicht annehmen kann, dass allesFlüssige lebe. So besteht das Blut zum grossen Theil aus Wasser,allein es wäre doch verkehrt, anzunehmen, dass ein solches trägesMittel an dem Leben dieser Flüssigkeit theilnähme. Die mikro-skopische Anatomie hat den Sitz des Lebens in die Blutkügelchenverlegt, welche allein organisirt und lebendig sein sollen. Indessist diese Lösung nur eine vorläufige, denn die Beobachtungen zeigen,dass diese Kügelchen mehr und mehr in dem Maasse zusammen-schrumpfen, als das arterielle Blut in eine niedere Ordnung vonGelassen übergeht, d. h. als es zu seiner Einverleibung in die Ge-webe übergeht, wo mit dem Moment der Assimilation die Kügel-chen flüssig werden. Diese Bedingung widerspricht also jener An-nahme, weil das Blut aufhören würde lebendig zu sein, wo esseinen grössten Akt von Lebendigkeit vollzieht. Auch ist dieseHypothese noch keiner, doch so uothwendigen Gegenprobe unter-zogen worden. Diese würde darin bestehen, dass das Dasein vonKügelchen als eine Besonderheit der lebenden Flüssigkeiten geltenmüsste gegenüber den einfachen Produkten, welche feste Tlieileschwebend enthalten, die von den eigentlichen sogenannten Kügel-chen kaum zu unterscheiden sind.

Die Anatomie des Festen muss der des Flüssigen vorangehenund sie vorbereiten. Physiologisch sind vielleicht die Flüssigkeitenwichtiger als das Feste für das organische oder pflanzliche Leben.Aber anatomisch überwiegt das Studium des Festen, denn in ihmist die deutlich erkennbare Organisation enthalten. Auch ist dieAnatomie des Flüssigen feiner und schwieriger und kann deshalbnur geschehen, wenn der Geist und die Sinne gehörig durch dieAnatomie des Festen darauf vorbereitet worden sind. Die eigen-thümhchen Hindernisse bei der Anatomie der Flüssigkeiten ent-springen aus einer Art von fehlerhaftem Zirkel: man kann nämlichdiese Flüssigkeiten in dem Organismus selbst nicht studiren, unddabei ist deren Herausziehung mit einer unmittelbaren Desorgani-sation verknüpft. Da so die anatomische Anschauung nicht aus-führbar ist, bleibt nur die mikroskopische Prüfung und die che-mische Ermittelung übrig. Nun sind aber beide Vornahmen, nament-lich letztere durch die schnelle Desorganisation gehemmt, und da-