Einundvieragstes Kapitel.
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her rührt die Mehrzahl der Irrthümer bei den Chemikern. DieseGründe zeigen, dass man mit der Prüfung des Halbflüssigen be-ginnen muss, z. B. mit dem Fett. Dann geht man zu Flüssig-keiten, wie das Blut, über und zuletzt zu den dampfförmigen odergasartigen, deren Zulassung unerlässlich erscheint, obgleich sienoch unsicher ist.
Nachdem die Anatomie der Gewebe als die Grundlage allerAnatomie sich ergeben hat, habe ich das Prinzip der Eintheilungderselben nach der Abstammung zu prüfen. Diese neueste Ver-vollkommnung, welche Bichat unter dem Einfluss der vergleichen-den Methode eingeführt hat, war für die Feststellung des Begriffesder Gewebe unentbehrlich; der anatomischen Untersuchung wurdendamit ihre wahrhaften Grenzen gezogen.
Die Anatomie des Menschen ist zu verwickelt; mittels ihrerallein kann man keine richtige Vorstellung von der Verfassungder Gewebe gewinnen. Das Studium der verschiedenen Entwicke-lungsstufen kann bis zu einem gewissen Grade die Vergleichungder Grundformen in der biologischen Stufenleiter ersetzen, indessbleibt dieses Hülfsmittel unzureichend. Denn die ersten Zuständebei der Entwickelung des Menschen sind unbestimmt und für eineunmittelbare und vollständige Beobachtung schwer zugänglich.Deshalb konnte man erst, als die Anatomie der Gewebe einemvergleichenden Studium in der ganzen organischen Reihe unter-zogen wurde, richtige Begriffe über die Organisation lebender Wesengewinnen.
Eine erste anatomische Prüfung der biologischen Stufenleiterergiebt, dass das Zellengewebe den wesentlichen und ursprünglichenEinschlag aller Organismen bildet, denn dieses allein findet sich be-ständig in allen Graden. Die Gewebe, welche bei dem Menschenso vielfach und verschiedenartig sich zeigen, verlieren allmählichihre Besonderheit nach dem Maasse, wie man die Leiter herunter-steigt; mehr und mehr streben sie sich in das Zellengewebe zu ver-schmelzen, welches die alleinige Unterlage des pflanzlichen Organismus,und vielleicht auch der niedrigsten thierischen Organisationen, bildet.Für den Zustand der höheren Organismen im Mutterleibe dürftesich der nämliche Aufbau ergeben. Diese elementare Organisationsteht in Uebereinstimmung mit dem auf seine abstrakte Einfach-