Band 
Erster Band.
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Dreiundvierzigstes Kapitel.

verständig eingerichtet; denn die Biotaxie, welche weiter als diePhysiologie vorgeschritten ist, darf in dem pflanzlichen Organis-mus nur den letzten Grad einer einzigen Rangordnung sehen.Eine ähnliche Auffassung muss unerlässlich die physiologische For-schung in Bezug auf die pflanzlichen Verrichtungen leiten. DieseUntersuchungen müssen gleichmässig für die Gesammtheit der leben-den Wesen geschehen; allein dies hat man niemals versucht, undbis dahin werden die Studien unvollkommen bleiben. Da der pflanz-liche Organismus die Thätigkeiten in ihrer ganzen Einfachheit ent-hält, deren Gesetze man hier auffinden kann, frei von den Ein-flüssen, welche bei den Thieren die Frage verwickeln, so ist hierder Ort, wo der ursprüngliche Theil einer solchen Aufgabe amleichtesten zu vollziehen ist.

Die Vorgänge müssen gradweise in der Reihe der Zwischen-stufen untersucht werden; denn in der Physiologie kann man nochweniger als in der Anatomie gerades Weges mit dem Menschenbeginnend, dessen Organismus immer den Ausgangspunkt bildet, zumpflanzlichen Organismus, welcher die letzte Grenze bezeichnet, über-gehen, oder umgekehrt. Diese Lücke veranlasst offenbar die Dürre derbisher über das Pflanzenleben unternommenen Studien. Sie habennoch keinen Punkt in der allgemeinen Physiologie aufgeklärt, unddies erklärt um so besser, wie die Chemiker und Physiker beinaheimmer sich derselben bemächtigt haben. Daher ist die vergleichendeMethode, die Hauptquelle der Biologie, auch nicht in angemessenerWeise in das Studium des organischen Lebens aufgenommen wor-den, obgleich sie doch hier nöthiger ist als bei dem Studium desthierischen Lebens.

Betrachtet man den gegenwärtigen Zustand der Biologie, sowird man über die Lücken staunen, welche sie selbst ftir die ein-fachsten Vorgänge enthält. So weiss man nicht, worin der chemi-sche Vorgang bei der Verdauung besteht, d. h. welche wesentlichenVeränderungen die verschiedenen Nahrungsmittel dabei erleiden.Die einen setzen als Prinzip die Einheit des Speisesaftes für jedeGattung trotz der Verschiedenheit der Nährmittel; andere dagegendie Veränderung des Speisesaftes je nach den aufzunehmendenSubstanzen. Die gleiche Unvollkommenheit besteht bei dergasartigen Verdauung, oder Athmung. Man kennt den Unter-