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Vierundvierzigstes Kapitel.
Erregbarkeit und der Empfindlichkeit. Denn diese Lehre knüpftjede dieser beiden thierischen Eigenschaften an ein entsprechendesGewebe, und so wird dieses Unterbrechen die Eigenheit einesOrgans, welches aus diesen beiden Geweben besteht.
Die Lehre von den zeitweiligen Unterbrechungen lässt sich auchauf die Vorgänge anwenden, welche bei den verschiedenen Graden desSchlafes eintreten. Der Zustand des Schlafes besteht in der gleich-zeitigen Aufhebung der wichtigsten Akte der Erregbarkeit und Em-pfindlichkeit. Diese Aufhebung ist so vollständig, als der Organismusder höheren Thiere es gestattet, wenn dabei nur eine Ausnahmefür die dem organischen Leben unentbehrlichen Bewegungen undEmpfindungen besteht, deren Thätigkeit dann erheblich gemindertist. Dieser Vorgang gestattet sehr verschiedene Grade, von derSchläfrigkeit bis zur Erstarrung der Thiere bei ihrem Winter-schlaf. Indess ist die von Bichat aufgestellte Lehre vom Schlafenoch nicht vollendet. Die organischen Bedingungen für einensolchen Zustand kennt man nur unvollkommen, ausgenommen dieStockung des venösen Blutes im Kopfe, welche ein unentbehr-licher Vorläufer für jedes vollständige und dauerhafte Schlafen ist.Das Studium des unvollständigen Schlafes ist nicht so vorge-schritten, aber ein solcher Zustand hat ebenso seine Gesetze, wieder vollkommene Schlaf. Indess bleibt diese Lehre, trotz ihrerUnvollkommenheit, dennoch festgestellt, weil der Vorgang dabei soerläutert ist, im wissenschaftlichen Sinne dieses Ausdrucks, durchDarlegung seiner Aehnlichkeit mit Vorgängen von partiellerRuhe, welche bei allen Akten des thierischen Lebens sich zeigen.Bei der weiteren Vervollkommnung der Lehre von den Unter-brechungen darf man die Bemerkung nicht vernachlässigen, wo-nach Gail vorschlägt, sie mit der Symmetrie zu verbinden, welchealle Organe des thierischen Lebens kennzeichnet, indem jeder derbeiden Stücke der symmetrischen Vorrichtung als abwechselndthätig und ruhend aufgefasst wird. In dieser Weise ist derenThätigkeit niemals gleichzeitig, und zwar ebenso bei den äusserenSinnen wie für die geistigen Organe, was jedenfalls eine tieferePrüfung verdient.
Von der Lehre der Unterbrechungen gelangt inan in natür-licher Weise zu der von der Gewohnheit, deren Begründung mau