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Erster Band.
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Fünfundvierzigstes Kapitel.

net, so erhellt, dass dieser mächtige Neuerer sich doch nicht so weitüber sein Jahrhundert zu erheben vermochte, um seine Methodeauch auf die geistigen und moralischen Vorgänge auszudehnen.Nachdem er eine umfassende mechanische Hypothese in Bezug aufdie einfachsten und allgemeinsten Vorgänge aufgestellt hatte, dehnteer in gleichem Sinne dies auf verschiedene Begriffe der unorgani-schen Welt aus und ordnete ihnen auch das Studium der haupt-sächlichsten physischen Verrichtungen des thierischen Organismusunter. Aber sein reformatorischer Ansturm hielt vor den wollen-den und denkenden Verrichtungen still, welche er als Zubehör dertheologischen und metaphysischen Philosophie überliess. Das Werkvon Malebranche , welcher in dieser Beziehung der wichtigsteErklärer des Descartes war, zeigt diese widersprechende Begrün-dung der neuen Philosophie, indem sie fortfährt, auf die verwickelt-sten Theile des geistigen Systems die Methoden anzuwenden, derenNutzlosigkeit sie für die einfachsten Gegenstände verkündet hat.

Diese Lage hat sich während der letzten zwei Jahrhundertenicht geändert. Die Schule Boerhave’s hat immer die von Des-cartes errichtete Scheidewand respektirt. Das Studium der geisti-gen und moralischen Vorgänge ist bis zu unserem Jahrhundertausserhalb der wissenschaftlichen, von Descartes begründeten Be-wegung geblieben. Die Kritik positiver Geister hat sich nur mitden Ergebnissen bemüht, aber die Herrschaft der Metaphysik beidem Studium des denkenden und moralischen Menschen anerkannt.Man kann dies bis zu Cabanis bestätigen. Erst Gail wagte dieBerechtigung dieser Philosophie zu bestreiten; er versuchte zuerstdie Lehre von den höchsten Lebensverrichtungen in die moderneWissenschaft wieder einzuführen.

Dieser erste Versuch hat trotz seiner Unvollkommenheit diePhysiologie in den Besitz dieses Theiles ihres Gebietes gesetzt.Weder die Anstrengungen eines energischen Despotismus, welchervon der schmachvollen Nachgiebigkeit einiger angesehenen Gelehr-ten unterstützt wurde, noch die Spöttereien des litterarischen undmetaphysischen Geistes, noch selbst die verkehrten Versuche vonGall’s Nachahmern, haben das Anwachsen dieses neuen Systemsvon Studien verhindern können.

Die positive Lehre von den Gefühls- und Verstandes-Verrich-