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Zweiter Band.
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Siebemmdvierzigstes Kapitel.

fluieu bis Condorcet für die Erfüllung zweier Bedingungen geschehenwar, deren eine als die wissenschaftliche, die andere als die politischein ihrer Nothwendigkeit von mir dargelegt worden sind. Die erstere,der Aufschwung der Naturwissenschaften, insbesondere der Chemie,hatte zu dem Begriff der positiven Gesetze geführt. Das Studiumder lebenden Körper hatte einen wissenschaftlichen Charakter an-genommen, wenigstens in dem Gebiet der Chemie und in dem derTaxinomie. Es ist nichts auffallendes, dass nunmehr ein Geist, wieCondorcet unter der Leitung von d’Alembert , vermittels aus-dauernder mathematischer Erwägungen und unter dem Einflussvon Haller, Jussieu, Linne, Buffon und Vicq-d'Azyr denPlan erfasst hat, auf das Studium der sozialen Vorgänge diesepositive Methode zu übertragen, welche seit Descartes fortwäh-rend das ganze System der menschlichen Kenntnisse umgestaltethatte. Indess war die Begründung der sozialen Wissenschaften aufpositiven Grundlagen noch nicht reif. Es musste erst noch das Systemder philosophischen Biologie festgestellt werden, was kaum hervor-getreten war, und er musste dasselbe durch die Ausdehnung derpositiven Methode auf das Studium der geistigen und moralischenVorgänge vervollständigt werden. Diese Lücke tritt in dem Werke vonCondorcet hervor; seine Phantasie verirrt sich in die schwankendenVorstellungen einer unbeschränkten Vervollkommnungsfähigkeit,We il ihm jeder Führer und jeder wissenschaftliche Zaum fehlte.

Im Politischen hätte der Begriff des sozialen Fortschritts fürCondorcet schon viel schärfer sein müssen, als er es für Mon-tesquieu sein konnte; denn zur Zeit Condorcet s konnte mannicht mehr daran zweifeln, dass die Menschheit das alte sozialeSystem zu verbessern suchte. Ich habe der Nothwendigkeit dieses'wichtigen Umstandes gedacht, aber ich benutze diesen Fall, um zuze igen, durch welche verhängnissvolle Reaktion der Einfluss desrevolutionären Geistes dazu kam, den mächtigen Anstoss, welchener der Idee des Fortschrittes gegeben hatte, spater wieder zu hemmen.Diese Eigentümlichkeit geht aus den Vorurteilen der revolu-tionären Philosophie hervor, welche jede gesunde Beurteilung derVergangenheit verhindert. Dies tritt überall in dem Werke Condor-cet’s hervor; er zeigt die ungeheuren Fortschritte am Ende desl8 - Jahrhunderts, in Vergleich mit dem rückwärts treibenden Ein-