Achtundvierzigstes Kapitel.
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In der Politik ist, wie in den Wissenschaften, die richtige Zeitdie Bedingung für jeden grossen und dauerhaften Einfluss, magauch der Werth eines bedeutenden Menschen, dem die Menge einesoziale That zuschreibt, obgleich er doch nur das Werkzeug dabeils t, noch so gross sein. Die Macht des Einzelnen über die Gattungunterliegt allgemeinen Grenzen, selbst wenn es sich um Dingehandelt, die ganz leicht auszuführen sind, sei es im guten oder imhö«en Sinne. So bemerkten in revolutionären Zeiten z. B. die,Solche sich das Verdienst zuschrieben, bei ihren Zeitgenossen dieanarchischen Leidenschaften wach gerufen zu haben, nicht, dass siediren Triumph nur einer Stimmung verdankten, welche aus dem Ganzender Lage hervorging. Durch solche Erwägungen, die sie empirischv erwirklichten, sind jene genialen Männer geleitet worden, welchegrosse That für die Menschheit vollbracht haben. In allen^ lri gen ist die Voraussicht die Quelle der Wirksamkeit.
Die schwankenden geistigen Gewohnheiten, welche in der po~tischen Philosophie noch überwiegen, können w r ohl die praktischera gweite einer neuen Wissenschaft verkennen lassen, die die ehr-geizigen Selbsttäuschungen in Bezug auf die unbeschränkte Wirk-s amkeit des Menschen auf die Civilisation zerstreut. Dessenun-8 e achtet bestimmt das obige Prinzip unzweifelhaft auf das genauesteeQ Punkt, wo sich die soziale Theorie und Praxis berühren. Ineser Weise wird die politische Kunst einen systematischen Cha-fa kter annehmen und eine Umgestaltung erleiden, ähnlich derjenigen,^ e Iche sich in der medizinischen Kunst vollzogen hat. Die poli~l8c he Dazwischenkunft kann nur unter der Bedingung wirksamSein ) dass sie sich auf die entsprechenden Bestrebungen ihrer ZeitMan muss deshalb vor Allem die Gesetze der Ueberein~niung und der Folgeordnung kennen, welche zu jeder Zeit das-•j^ige bestimmen, was die Entwickelung der Menschheit zu voll-u hren bereit ist, und ebenso die Hemmnisse, deren Beseitigungj^sf&hrbar ist. Man würde jedenfalls die Tragweite einer solchenüberschätzen, wenn man meinte, sie könne in allen Fällen, e gewaltsamen Revolutionen verhindern. Im sozialen Organismusin Folge seiner grösseren Verwickelung die Krankheiten unds en noch weniger zu vermeiden, wie in dem Organismus Ein-Be r. Wenn indess die Wissenschaft auch ihre Ohnmacht gegen'