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Neunundvierzigstes Kapitel.
grosser Güte oder Schlechtigkeit an, oder nimmt sie die mitfühlen-den Empfindungen für regelmässig stärker als die egoistischen an,oder setzt sie ein Uebergewicht der erkennenden Fähigkeiten überdie Gefühle, so müssen hier und in allen ähnlichen Fällen dtfsoziologischen Aufstellungen dieser (Kontrolle entsprechende weitereBerichtigungen erhalten.
Die jetzigen politischen Lehren müssen daher schon alleindann für falsch erklärt werden, wenn sie bei ihrer Beurthei-lung der politischen Vorgänge bald bei den Regierenden, baldbei den Regierten einen dauernden Grad von Schlechtigkeit oderUnfähigkeit und eine Berechnungsweise annehmen, welche sich mitden gewonnenen Begriffen über die' menschliche Natur nicht ver-tragen; denn dann müssten ganze Klassen dauernd in einer krank-haften Monstrosität sich befinden, was offenbar widersinnig wär e 'Dieses Beispiel gewährt eine Vorstellung von den H iilfsrnittelnwelche die Soziologie aus ihrer Unterordnung unter die Biologeerlangt, namentlich wenn erst die Physiologie des Gehirns ent-sprechend ausgebildet sein wird.
Die bedeutendsten Biologen machen gern die Soziologieeinem einfachen Anhang von der Wissenschaft des Menschen, i 11 'dem sie dabei von allen Beobachtungen des geschichtlichen Ver-laufes absehen. Dieser Irrthum war bei Cabanis sehr merklichund selbst Gail verwahrt sich nicht genügend dagegen. Es ist die ?zwar nicht ganz so verkehrt, wie das Bestreben der meisten Phj'siker und Chemiker, welche die Biologie zu einer blossen Ableitungaus der unorganischen Philosophie machen wollen, aber es ist dod 1nicht weniger nachtheilig. Das erste Auftreten der sozialen Wissel 1Schaft muss allerdings in gerader Ableitung von der biologische ' 1Lehre des Menschen ausgehen, allein bei dem weiteren Studii 1111der sozialen Entwickelung würde diese Weise der BehandlungTäuschungen führen. Der wichtigste Vorgang der Soziologed. h. der stete Einfluss der Generationen auf einander wäre da " 11ausgeschlossen oder wenigstens verkannt. Selbst wenn die Gesetzder menschlichen Natur einst mehr gekannt sein werden, sodoch unsere Vernunft unfähig, daraus so schwierige und weitgehendFolgerungen abzuleiten. Bei den zeitlich frühesten Generation^wo die soziale Entwickelung kaum die unbestimmten Züge ei’ 1 "'