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Zweiter Band.
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Fünfzigstes Kapitel.

selbst bei kurzer Dauer, eine unerträgliche Ermüdung. Durch einbeklagenswerthes Zusammentreffen mag der Mensch am liebstendas betreiben, wozu er am wenigsten geschickt ist. Dieser Zwie-spalt ist eines der ersten Zeichen von der Hülfe, welche die Sozio-logie von der Biologie empfängt.

Der spekulirende Zustand kann nur durch einen mächtigenAnstoss anderer Art hervorgebracht werden, welcher von wenigerhohen, aber kräftigeren Neigungen stetig ausgeht. Die mensch-liche Natur tritt um so deutlicher hervor, je mehr dieser fremd- 'artige Antrieb aus Neigungen hervorgeht, die höher stehen, unsererGattung eigenthümlicher sind und deren anatomischer Sitz in den jTheilen des Gehirns sich befindet, welche dem vorderen und oberenTheile der Stirngegend näher sind. !

Die soziale Oekonomie würde unzweifelhaft befriedigender !sein, wenn in der menschlichen Natur das Uebergewicht der Leiden-schaften weniger stark wäre. Würde das Uebergewicht auf di®denkenden Fähigkeiten übertragen, so würde der Begriff des sozialenOrganismus ein unverständlicher werden; denn das Uebergewicht derbegehrlichen Fähigkeiten ist unentbehrlich, um den Verstand ausseinem Schlafe zu erwecken und um seiner Thätigkeit eine Rich-tung und ein Ziel zu geben, ohne welche der Verstand in unzu-sammenhängenden Spekulationen sich verirren würde. Die stärkstenmystischen Anstrengungen der theologischen Extase, um sich zudem Begriff reiner Geister zu erheben, die frei von Bedürfnissenund den Leidenschaften enthoben sind, haben nur in einer Art vontransscendenter Lähmung des Verstandes geendet, indem dieser sichununterbrochen in der leeren und beinahe dummen Betrachtungder göttlichen Majestät verzehrte. Daher ist bei dieser erstenAuffassung die Oekonomie des sozialen Organismus so, wie er seinsoll, abgesehen von dem Grade, den man allein sich anders von*stellen könnte.

Die zweite soziale Eigenthümliclikeit der menschlichen Nato*besteht darin, dass die niedrigsten und selbstsüchtigsten Instinkt®die edleren Neigungen bezüglich der gesellschaftlichen Verbindungüberwiegen.

Man bemühte sich im vorigen Jahrhundert, die moralisch®Natur des Menschen auf den Egoismus zurückzuführen, indem in® 51