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Zweiter Band.
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107
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Fünfzigstes Kapitel.

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die Unwillkürlichkeit verkannte, welche uns die Schmerzen allerfühlenden Wesen initerleiden, und ebenso deren Freuden mitgeniessenlässt und zwar bis zu dem Punkte, dass man mitunter ihretwegendie Sorge für die eigene Erhaltung vergisst. Die SchottischeSchule hatte schon mit der Widerlegung dieser Ausschreitungenbegonnen, aber erst die Physiologie des Gehirns hat dies vollständigerreicht. Unsere sozialen Gefühle sind nicht so aushaltend undDicht so stark als die egoistischen Gefühle; indess beruht das ge-meinsame Glück hauptsächlich auf der Befriedigung der ersteren,Welche allein den sozialen Zustand begründet haben und ihn trotzdes Widerstrebens der mächtigsten individuellen Instinkte aufrechterhalten.

Wenn man den Einfluss dieses letzteren biologischen Triebes erwägt, so begreift man auch ebenso, wie nothwendig diese Be-dingung ist und wie nur deren Grad zu beklagen ist. Aus ähn-lichen Gründen begreift man leicht, wie das Ueherge wicht egoisti-scher Instinkte dem sozialen Dasein einen bestimmten Charaktera üfdrücken kann, indem sie ein Ziel für die individuelle Thätig-kcit bieten. Der Begriff des allgemeinen Interesses wäre in der^bat ohne den des Einzel-Interesses nicht verständlich, weil ersterera üs dem hervorgeht, was der andere an Gemeinsamen bei demeinzelnen Individuen darbietet. Wenn man beim Menschen dasÜbergewicht der eigenen Interessen unterdrücken könnte, würde

unsere moralische Natur zerstören, anstatt sie zu verbessern;'lenn die sozialen Gefühle wären dann ihrer Leitung beraubtünd würden in eine unbestimmte und unfruchtbare Nächstenhebeharten.

Als die Moral der fortgeschrittensten Völker verlangte, dassseinen Nächsten heben solle wie sich selbst, hat sie dasj^ündlegende Gebot ausgesprochen und zwar mit einem richtigen"fad von Uebertreibung, welche die Aufstehung eines Vorbildes''mlangt, unter welchem die Wirklichkeit sich immer nur zu sehr

halt,

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e n wird. Aber in diesem erhabenen Gebote behält der persön-e Instinkt die Leitung und die Abmessung des sozialen In-^ätes. In jeder anderen Weise würde das Ziel verfehlt werden,könnte auch jemand Andere heben, wenn er sich nicht selbstDeshalb ist die Verfassung des Menschen in dieser Hin-