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Zweiter Band.
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Einundliinfzigstes Kapitel.

Unter den geringem Ursachen, welche die Geschwindigkeit derEntwickelung mit bestimmen, kann man nach Georg Leroy denEinfluss der Langeweile nennen, welcher indess von diesem Philo-sophen sehr übertrieben worden ist.

Der Mensch kann ohne eine genügende Anregung seinerFähigkeiten nicht glücklich sein, und in allen Lagen sucht er nachder Erfüllung dieser unerlässlichen Bedingung seines Glückes. DieSchwierigkeit, welche er bei Verwirklichung einer Entwickelungfindet, welche seiner höheren Natur entspricht, unterwirft ihnmehr als die Thiere jenem Zustand der Ermattung, welcheraus dem Dasein seiner Fähigkeiten und deren ungenügenderThätigkeit hervorgeht. Ein solcher zugleich geistiger und mo-ralischer Zustand hat sicherlich in dem Kindesalter der Mensch-heit viel dazu beigetragen, dass deren Entwickelung beschleunigtworden ist. Jedenfalls hat dieser Einfluss nur bei einem sozialenZustand erheblich werden können, welcher so weit vorgerückt war, <dass ein Bedürfniss nach Uebung der höheren Fähigkeiten, die zu-gleich die weniger energischen sind, entstand.

Die niederen Fähigkeiten gestatten eine so bequeme Uebungidass sie nicht wohl zu einer wirklichen Langeweile Anlass gebenkönnten, welche eine angenehme Reaktion des Gehirns herbeiführte.

Die Wilden und die Kinder haben keine Langeweile, so lange ihrekörperliche Thätigkeit nicht gehemmt wird. Ein leichter und langerSchlaf lässt sie, wie bei den Thieren, ihre geistige Erstarrungnicht peinlich empfinden. G. Leroy hat deshalb, indem er die :Langeweile als die bewegende Kraft für die soziale Entwickelungaufstellte, ein blosses Symptom mit einem Prinzip verwechselt, ab-gesehen von dem Irrthum, dem Menschen eine solche Eigenschaftausschliesslich zuzuschreiben. Indess war trotz dieser falschenWerthschätzung es nothwendig, die Mitwirkung eines solchen Ein- jflusses zu erwähnen.

In zweiter Linie habe ich die gewöhnliche Dauer des mensch-lichen Lebens anzugeben, da sie auf die Schnelligkeit der Ent-wickelung mehr einwirkt, als jeder sonstige erkennbare Einfluss.

Der soziale Einfluss beruht wesentlich auf dem Tode, d. h. diesich folgenden Schritte der Menschheit verlangen eine ebeu- q0schnelle Erneuerung der Agenten der allgemeinen Bewegung. I 111